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24.09.2018 Mexiko / Menschenrechte

Das Verschwindenlassen von Frauen und Mädchen in Mexiko nimmt zu

"Wir demonstrieren gegen Mord an Frauen". Transparent bei einer Demonstration in Mexiko

"Wir demonstrieren gegen Mord an Frauen". Transparent bei einer Demonstration in Mexiko

Lizenz: cc

Mexiko-Stadt. 25 Prozent der Opfer von Verschwindenlassen in Mexiko sind Frauen und Mädchen. Der Bundesstaat Estado de México registriert 20 Prozent aller Fälle und ist damit die Region mit der höchsten Gewalt gegen Frauen im ganzen Land. Betroffen sind vor allem junge Frauen: 31 Prozent der Opfer waren zwischen 15 und 17 Jahre alt; 16 Prozent 10 bis 14 Jahre und 15 Prozent waren zwischen 21 und 29 Jahre.

Das hat die Nichtregierungsorganisation Idheas in ihrer "Alternativen Studie: Verschwindenlassen von Frauen, Jugendlichen und Mädchen im Estado de México, 2018", festgestellt. Die Studie wurde bei einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt am 13. September in Anwesenheit von Opferangehörigen vorgestellt.

Im Juli 2015 wurden das erste Alarmsystem und das erste Schutzprogramm gegen das Verschwindenlassen in dem Bundesstaat eingeführt. Diese beinhalten Protokolle, die von den Behörden abgearbeitet werden sowie polizeiliches Vorgehen in den Fällen von Gewalt gegen Frauen. "Diese Schutzmechanismen sind aber nicht dafür vorgesehen, präventiv zu wirken und sie garantieren auch keine gründlichen Ermittlungen und das, obwohl die Anzahl der verschwundenen Frauen und Mädchen stetig steigt". Zudem wurden sie nur in elf Verwaltungsbezirken eingeführt, obwohl in dem ganzen Bundesstaat Estado de México zwischen 2015 und 2017 die Fälle von Verschwindenlassen von Frauen und Mädchen um bis zu 227 Prozent gestiegen sind, kritisiert Idheas.

Das Fehlen eines detaillierten Bundesregisters für die Erfassung der Fälle von Verschwindenlassen weiblicher Opfer mache es auch schwierig, Verantwortliche und Täter festzustellen.Ob Frauen und Mädchen Opfer des organisierten Verbrechens wurden oder staatliche Kräfte wie Polizisten, Soldaten, Beamte und Politiker als Täter in Frage kommen, lasse sich nur schwer ermitteln. Die Organisation empfiehlt der Regierung, das Verbrechen "Verschwindenlassen" in der Verfassung jedes Bundesstaates zu verankern. Auch müsse ein genaues Regional- und Bundesregister über Verschwundene geführt werden, das zuverlässige Zahlen und Informationen liefert. Zudem müssten effiziente Maßnahmen ergriffen werden, um weitere Fälle von Verschwindenlassen von Frauen und Mädchen zu verhindern. Die Organisation warnte auch vor zunehmender Gewalt gegen Frauen in anderen mexikanischen Bundesstaaten wie Chihuahua, Nuevo León und Veracruz.

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