Länder aus Zentralamerika und der Karibik nehmen Kampf gegen Plastikmüll auf

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Verschiedene Länder aus der Karibik und Zentralamerika werden Einwegplastik in Zukunft verbieten
Verschiedene Länder aus der Karibik und Zentralamerika werden Einwegplastik in Zukunft verbieten

Kingston et al. Acht Staaten aus der Karibik und Zentralamerika haben ab dem 1. Januar den Import und die Herstellung von Einwegplastik und Polysterol verboten. Dabei handelt es sich um Jamaika, Belize, Bahamas, Barbados, Costa Rica, Dominica, Grenada sowie Trinidad & Tobago. Mittelfristig soll über eine Gesetzesgrundlage Plastik grundsätzlich aus den Ländern verbannt werden, vor allem Plastiktüten. Auch in Kolumbien soll ab März diesen Jahres ein entsprechendes Gesetz diskutiert und verabschiedet werden.

Nach Regierungsberichten aus Jamaika macht das nun verbotene Plastik auf der Karibikinsel mehr als 50 Prozent der gesamten Müllmenge aus. Auch die Küsten und Meeresgewässer haben unter erheblichen Mengen des kaum recyclebaren Stoffes zu leiden, weswegen die Umweltbelastung entsprechend groß ist. Allein der Polystyrolschaum, der vor allem für Lebensmittelbehälter genutzt wird, führt zu rund fünf Prozent der festen Abfälle in der Region.

Neben der Umweltverschmutzung sehen die Länder, die sich nun zu diesem Schritt entschlossen haben, insbesondere ihre Bedeutung als internationale Tourismusziele in Gefahr, sollten man den großen Mengen an Plastik nicht Einhalt gebieten können.

Laut Studien der Vereinten Nationen (UN) verbraucht die Welt jährlich fünf Milliarden Plastiktüten, hauptsächlich aus Polyethylen, einem billigen Polymer, das aus Erdöl gewonnen wird und dessen Abbau 500 Jahre dauert.

Haiti hatte bereits im Jahr 2012 die Stoffe verboten. Auch in Aruba, Guyana, Puerto Rico, St. Vincent und den Grenadinen sowie auf den Turks- und Caicosinseln ist der Import und die Herstellung von Einwegplastik bereits untersagt.

Im August des vergangenen Jahres hatte Chile als erstes Land Südamerikas die Ausgabe von Plastikbeuteln im Einzelhandel verboten. Dort wurden jährlich 3,4 Milliarden Plastiktüten verwendet, von denen viele später im Meer landeten. Unternehmen, die sich nicht daran halten, müssen mit Geldstrafen in Höhe von 370 US-Dollar rechnen.

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