Chile: Mapuche-Aktivist Jones Huala im Hungerstreik

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"Freiheit für Facundo Jones Huala": Aufruf zur Protestkundgebung am Tag der Urteilsverkündung in Chile
"Freiheit für Facundo Jones Huala": Aufruf zur Protestkundgebung am Tag der Urteilsverkündung in Chile

Temuco. Der Mapuche Facundo Jones Huala hat am Montag einen Hungerstreik begonnen, um sich gegen seine Inhaftierung und die Bedingungen im Gefängnis von Temuco im Süden Chiles aufzulehnen. Huala ist Lonko, eine traditionelle Autorität der Mapuche, des größten indigenen Volks in Chile und Argentinien. Die Lonkos besitzen eine spirituelle und politische Rolle und vollziehen regelmäßig Zeremonien, eine davon trägt den Namen Nguellipun. Die Gefängnisverwaltung hatte Huala drei Mal verboten, die Zeremonie durchzuführen.

Huala wurde 1986 in der Gemeinde Lof Cushamen in Argentinien geboren. Am 21. Dezember wurde er wegen eines Brandanschlags und illegalen Waffenbesitzes zu neun Jahren und einem Tag Gefängnis verurteilt. Hualas Bruder beteuerte, dass es sich um ein politisches Urteil handele, da gezielt traditionelle Autoritäten der indigenen Völker verurteilt werden würden.

Bei der Tat, für die Huala verurteilt wurde, handelt es sich um einen Brandanschlag auf das Landgut Pisu Pisué in Río Bueno im Jahr 2013. Die weiteren fünf Angeklagten wurden vom Strafgericht in Valdivia im November 2014 freigesprochen. Huala erschien an diesem Tag nicht im Gericht, weil er nach Argentinien geflohen war. Im September 2018 wurde er schließlich auf Ersuchen der chilenischen Justiz ausgeliefert.

Die Anwältin von Huala, Karina Riquelme, legte am Montag Einspruch gegen das Urteil ein, um die Strafe für nichtig erklären zu lassen. Die Argumentation der Verteidigung beruht auf der Tatsache, dass die Beweise, die gegen Huala vorgelegt wurden, bereits in zwei vorangegangen Gerichtsverfahren abgelehnt wurden. Es habe außerdem Unstimmigkeiten bei Beweismaterial gegeben. Die einzige Zeugin, die ihn bei der Tat gesehen haben soll, war nicht in der Lage, ihn im Gerichtssaal wiederzuerkennen. Huala erklärte, dass er so lange mit Hungerstreik protestieren werde, bis der Oberste Gerichtshof über die Nichtigkeitsklage entscheidet.

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