El Salvador / Politik

Präsidentschaftswahlen in El Salvador

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Der amtierende Präsident von El Salvador, Salvador Sánchez Cerén, tritt im Juni dieses Jahres ab
Der amtierende Präsident von El Salvador, Salvador Sánchez Cerén, tritt im Juni dieses Jahres ab

San Salvador. Mehr als 65 Prozent der über fünf Millionen Salvadoreños haben am gestrigen Sonntag in einer ersten Runde über einen neuen Präsidenten abgestimmt. Sollte in der ersten Runde keiner der vier Kandidaten die nötige Mehrheit erhalten, kommt es am 10. März zur Stichwahl. Bei Redaktionsschluss waren rund 40 Prozent der Stimmen ausgezählt. Nach ersten Hochrechnungen lag Nayib Bukele (Gana) bei 52 Prozent, Carlos Calleja (Arena) bei 32 Prozent und Hugo Martínez (FMLN) hatte 15 Prozent der Stimmen bekommen.

Der regierende Präsident der linksgerichteten Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (Frente Farabundo Martí para la Liberación Nacional, FMLN), Salvador Sánchez Cerén, verlässt zum Juni das Amt turnusgemäß nach seiner Amtszeit. Wegen Korruptionsvorwürfen und laut Meinungsforschungsinstitut CID-Gallup eher negativen Bewertungen seiner Amtszeit wurde für die seit zwölf Jahren regierende Partei kaum ein zweistelliges Wahlergebnis erwartet. Sánchez Cerén rief alle Kandidaten zur Anerkennung der Wahlergebnisse auf. Für die FMLN tritt Hugo Martínez an.

Deutlich bessere Aussichten auf das Präsidialamt hatte der ehemalige Bürgermeister San Salvadors und mit 37 Jahren jüngste Kandidat, Nayib Bukele. Der Unternehmer war bis 2017 selbst Mitglied der FMLN und stellt sich nun für die rechtskonservative Große Allianz der Nationalen Einheit (Gran Alianza para Unidad Nacional, Gana) zur Wahl. Trotz eines fehlenden konkreten Wahlprogramms hatte der auf sozialen Netzwerken sehr aktive Bukele laut Umfragen die größten Chancen auf das Regierungsamt.

Die rechtsgerichtete Partei Arena (Alianza Republicana Nacionalista) geht mit dem Geschäftsmann und Besitzer der größten einheimischen Supermarktkette, Carlos Calleja, ins Rennen. Sie hatte sich bisher im Präsidialamt mit der FMLN abgewechselt, war aber während ihrer 20-jährigen Regierungszeit in zahllose Korruptionsskandale verwickelt.

Der Großunternehmer Josué Alvarado tritt für die erst seit 2017 im Wahlregister eingeschriebene christliche Partei Vamos an. Diese versteht sich als "Partei der Mitte und des demokratischen Ausgleiches". Infolge des dürftigen Wahlkampfbudgets von nur knapp 300.000 US-Dollar gegenüber dem 30-fachen Investment von Bukele, wurde dem Katholiken in der ersten Wahlrunde kaum Erfolg vorhergesagt.

Zur Wahl im kleinsten Land Mittelamerikas sind weit über 5.000 nationale und internationale Wahlbeobachter zugelassen.

Diese Wahl könnte zu einem weiteren Rechtsruck für den Kontinent führen, obwohl es der Regierung der FMLN in den letzten Jahren gelungen war, die Mordrate im von Bandenkriminalität gebeutelten El Salvador wieder deutlich zu senken und ein Wachstum des Bruttoiinlandsproduktes zu generieren.

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