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Havanna kritisiert neue Visa-Bestimmungen der USA

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In seinen Tweets bezeichnet Kubas Außenminister Rodríguez die neue Visa-Bestimmung als "weiteres Hindernis zur Ausübung des Rechts kubanischer Bürger, ihre Verwandten zu besuchen"
In seinen Tweets bezeichnet Kubas Außenminister Rodríguez die neue Visa-Bestimmung als "weiteres Hindernis zur Ausübung des Rechts kubanischer Bürger, ihre Verwandten zu besuchen"

Havanna. Kuba hat die Entscheidung der Regierung von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, kubanischen Bürgern nur noch deutlich verkürzte Touristenvisa auszustellen.

Eine Stellungnahme des Außenministeriums betont, Kuba sei weiterhin bereit, mit den USA zusammenzuarbeiten um die große Zahl an Reisenden auch in Zukunft "in beide Richtungen regelmäßig, geordnet und sicher" zu regeln. Die US-Entscheidung sei ein neues Hindernis in der Entwicklung der bilateralen Beziehungen und trage dazu bei, dass die in den Migrationsabkommen zwischen beiden Ländern festgelegten Visakontingente nicht eingehalten würden.

Die US-Botschaft in Havanna hatte angekündigt, Kubanern mit Verweis auf das US-Einwanderungsrecht ab dem 18. März nur noch Visa der Kategorie B2 für eine einmalige Einreise über einen Zeitraum von drei Monaten zu erteilen. Diese Entscheidung sei nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit getroffen worden, denn Kuba stelle US-Touristen auch nur Visa für eine einmalige Einreise und einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten aus, so Mara Tekach, Geschäftsträgerin der Botschaft. Die Neuregelung soll für medizinische Aufenthalte oder Familienbesuche gelten. Bisher konnten Kubaner Touristenvisa für mehrmalige Einreisen über einen Zeitraum von insgesamt fünf Jahren erhalten.

Kuba dagegen erleichtere Visaverfahren für US-Bürger und erteile Einreisegenehmigungen sofort in jedem Land, auch in den USA, erklärte das kubanische Außenministerium. Die USA sollten ihr Konsulat in Havanna unverzüglich wieder eröffnen und die Visaverfahren, die "vor mehr als einem Jahr willkürlich und ungerechtfertigt unterbrochen" wurden, wieder aufnehmen. Zudem müsste "das Verbot für US-Bürger, frei nach Kuba zu reisen", beseitigt werden, wenn man den "Grundsatz der Gegenseitigkeit" wirklich anwenden wolle, heißt es weiter.

Es handle sich um eine weitere Hürde bei der Ausübung des Rechts kubanischer Bürger, ihre Verwandten zu besuchen, kommentierte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez die Ankündigung am Wochenende über den Kurznachrichtendienst Twitter.

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