Mexiko: Indigene Aktivisten nach Demonstration für Ayotzinapa verschwunden

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Der Aktivist Gonzalo Molina und drei Familienangehörige sind seit Dienstag verschwunden
Der Aktivist Gonzalo Molina und drei Familienangehörige sind seit Dienstag verschwunden

Mexiko-Stadt. Der indigene Aktivist Gonzalo Molina González und drei seiner Familienmitglieder sind seit dem 26. März spurlos verschwunden. Zuletzt beteiligten sich die vier an der monatlichen Demonstration der Angehörigen der 43 verschwundenen Studenten von Ayotzinapa in Mexiko-Stadt. Gonzalo Molina ist Sprecher der unabhängigen, indigenen Gemeindepolizei (CRAC-PC) in der Kleinstadt Tixlta, Guerrero, wo sich die Lehramtshochschule von Ayotzinapa befindet. Nachdem er 2013 gegen die Inhaftierung der CRAC-Aktivistin Nestora Salgado protestierte, wurde auch er verhaftet und verschiedener Delikte, unter anderem des Terrorismus, angeklagt. Nach über fünf Jahren Haft konnte er am 28. Februar 2019 nach Freisprüchen in allen Anklagepunkten das Gefängnis verlassen.

Das Verschwinden von Gonzalo Molina ist auch aufgrund der Umstände besorgniserregend. Seit Molina aus dem Gefängnis entlassen wurde, erhielt er Drohungen von Mafiagruppierungen. Er fuhr nach Mexiko-Stadt, um die Zentralregierung um Sicherheitsmaßnahmen zu ersuchen. Außerdem beteiligte er sich am 26. März an einem Forum an der Universität UNAM, wo Studenten einen Entführungsversuch verhinderten. Als er gegen Abend desselben Tages an der Demonstration der Angehörigen der Studenten von Ayotzinapa teilnahm, wurde er fotografiert und nach dem Ende der Mobilisierung verfolgt, angeblich von Mitgliedern einer Mafiagruppierung namens "Los Viagras". Als Molina, sein Sohn Christian, seine Tochter Tonantzin und sein Schwager Antonio in einem Taxi versuchten, die Verfolger abzuschütteln, brach der Kontakt zu ihnen ab.

Die Suche nach den vier Verschwundenen begann in derselben Nacht, verlief jedoch bisher erfolglos. Die CRAC-PC bedauert, dass die föderalen Behörden, insbesondere das Innenministerium und die Mexikanische Menschenrechtskommission (CNDH), sowie die Menschenrechtskommission der Hauptstadt (CDHDF) nicht auf die Hilferufe von Gonzalo Molina reagiert hatten und ihm keinen Schutz gewährleisteten. Die sozialen Organisationen Guerreros machen deshalb die mexikanische Regierung für das Verschwinden der vier Indigenen mitverantwortlich. Erst Mitte Februar verschwanden in Guerrero die indigene Aktivistin Obtilia Eugenio Manuel und ihr Begleiter Hilario Cornelio. Nach großem internationalem Druck auf die Behörden erlangten die beiden nach vier Tagen ihre Freiheit. In der illegalen Haft in den Händen einer bewaffneten Gruppierung sollen sie Schläge und Misshandlungen erlitten haben.

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