Kuba hilft Mosambik mit Ärzten und Lazarett

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Die Brigade des Henry Reeve-Kontingents kurz vor dem Abflug nach Mosambik
Die Brigade des Henry Reeve-Kontingents kurz vor dem Abflug nach Mosambik

Havanna/Maputo. Kuba hat Gesundheitspersonal, medizinische Ausrüstung und Medikamente nach Mozambik geschickt. Es handelt sich um die 48. Brigade des Henry Reeve-Kontingents. Sie besteht aus Fachleuten, die auf Katastrophen und schwere Epidemien spezialisiert sind. Die Brigade leistet dringend benötigte medizinische Hilfe in der Stadt Beira, die zur mosambikanischen Provinz Sofala gehört und sehr stark zerstört und überschwemmt worden ist.

Am 14. März wurden in Folge des tropischen Wirbelsturms Idai in Mosambik mindestens 493 Menschen getötet, in Simbabwe wurden bisher 293 Tote gezählt, 56 in Malawi. Die endgültige Zahl der Toten dürfte am Ende aber noch weit höher liegen. Hunderttausende Menschen sind nun ohne Wohnung. Diese Katastrophe sei ein weiteres schreckliches Warnzeichen für die Gefahren des zunehmenden Klimawandels, sagte António Guterres, der Generalsekretär der Vereinten Nationen. Rund 1,85 Millionen Mosambikaner sind von dem zerstörerischen Wetterereignis betroffen. Bisher läuft die Hilfe aus Europa und den restlichen westlichen Staaten eher schleppend, während die Länder des Südens wie Kuba und insbesondere andere afrikanischen Länder den Großteil der Hilfe leisten.

Mosambik durchläuft eine komplexe epidemiologische Situation, die sich bezüglich Cholera und Malaria verschärft hat. Nun ist die Gefahr groß, dass es zu einem Ausbruch dieser gefährlichen Erkrankungen kommen könnte. Allein in der Hafenstadt Beira sind bis Freitag schon über 270 Cholera-Fälle bekannt geworden.

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Die 40 Brigadisten werden sich den mehr als 270 kubanischen Mitarbeitern anschließen, die in dem afrikanischen Land bereits seit Jahren medizinische Dienstleistungen erbringen. Gemeinsam werden sie ein von Kuba gestiftetes Feldlazarett errichten. Darin werden 16 Ärzte, 22 Hochschulabsolventen und zwei Pflegekräften in Beratungsräumen, Operationssälen, klinischen und mikrobiologischen Labors, mit Bildausrüstungen und 20 Krankenhausbetten arbeiten. Zu der kubanischen Brigade gehören Spezialisten für Allgemeine Integralmedizin, Chirurgie, Innere Medizin, Pädiatrie, Gynäkologie und Chirurgen, Orthopäden sowie zwei Epidemiologen.

Nachdem der Hurrikan Idai die Stadt Beira am 14. März zerstört hatte, machte Kuba bereits am 16. März sein Hilfsangebot und ab dem 18. März war die Brigade reisebereit. Kurz vor der Abreise erhielten sie eine detaillierte Vorbereitung auf die epidemiologische Situation. Der kubanische Gesundheitsminister José Ángel Portal Miranda erklärte bei der feierlichen Verabschiedung: "Wir alle haben die beste Einstellung, um das internationalistische Engagement der kubanischen Gesundheitsexperten zu erfüllen. Sie sind bereit, das zu liefern, was das mosambikanische Volk zu diesem Zeitpunkt benötigt."

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