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Wohnungsbau bleibt Priorität auf Kuba

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"Die Wohnungspolitik zielt auf eine ganzheitliche Lösung für eines der Probleme ab, bei denen die Bevölkerung am unzufriedensten ist" (Granma)
"Die Wohnungspolitik zielt auf eine ganzheitliche Lösung für eines der Probleme ab, bei denen die Bevölkerung am unzufriedensten ist" (Granma)

Havanna. Die Schaffung von neuem Wohnraum ist eine der Hauptherausforderungen, vor denen das sozialistische Kuba heute steht und eine Priorität in der Agenda von Präsident Miguel Díaz-Canel. Dies meldete die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina in einem Bericht über die jüngste Arbeitssitzung des Ministerrats zur Überprüfung des staatlichen Wohnungsplans. Demnach kritisierte der Präsident bestehende bürokratische Hemmnisse und forderte zu einer "Verdopplung der Anstrengungen" auf.

Laut der Tageszeitung Granma warnte Díaz-Canel auf der Sitzung zudem vor Rückständen im aktuellen Plan. Die Langsamkeit bei einigen Genehmigungsprozessen sowie bei der Abnahme fertiger Bauten stelle ein Hemmnis dar, das beseitigt werden müsse. In Zukunft soll dem Thema daher bei den regelmäßigen Arbeitstreffen in den Provinzen verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet werden, kündigte er an. Zudem werden die Fortschritte beim Wohnungsbauprogramm jeder Provinz ab sofort einmal pro Quartal in den Medien bekannt gegeben.

Kuba will in diesem Jahr rund 20.000 Wohngebäude fertigstellen. Das Wohnungsdefizit beträgt 929.000 Einheiten, wobei die Provinzen Havanna, Holguín und Santiago de Cuba am stärksten betroffen sind.

Um dieses Defizit innerhalb von zehn Jahren beseitigen zu können, plant die Regierung die Bauindustrie des Landes in den nächsten Jahren umfassend zu modernisieren und die Herstellung von Baumaterialien zu verdoppeln. Im Rahmen der langfristigen Strategie bis 2030 soll der Sektor unter anderem mit Hilfe ausländischer Investitionen erneuert werden. Dabei wird der Transport von Baustoffen künftig stärker auf die effizientere Schiene verlegt werden. Erst im Januar lieferte Russland mehrere dutzend Spezialwaggons für den Transport von Zement. Diese sollen nun "schrittweise in die Logistikkette eingegliedert" und dabei vor allem für die Versorgung der östlichen Provinzen eingesetzt werden, erklärte die Leiterin des Wohnungsbauprogramms, Vivian Rodríguez.

Nach letztem Stand gibt es auf Kuba 3,82 Millionen Wohngebäude, davon wurden 40 Prozent als in "durchschnittlich bis schlechtem baulichen Zustand" eingestuft. Seit dem Sieg der Kubanischen Revolution am 1. Januar 1959 wurden 2,56 Millionen Wohnungen gebaut.

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