Venezuela: Experten sollen Probleme bei Stromversorgung in den Griff bekommen

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Auch große Teile der Hauptstadt Caracas waren tagelang immer wieder ohne Strom
Auch große Teile der Hauptstadt Caracas waren tagelang immer wieder ohne Strom

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro will mit einer Reihe von Neubesetzungen in Kabinett und Staatsunternehmen die massiven Probleme in der Stromversorgung des Landes in den Griff bekommen. Der linksgerichtete Staatschef ernannte den Ingenieur Igor Gavidia zum Minister für elektrische Energie und zum Präsidenten des staatlichen Stromkonzerns Corporación Eléctrica Nacional (Corpoelec). Der Elektroingenieur Freddy Brito wird künftig das Ministerium für Wissenschaft und Technologie leiten.

"Ich habe beschlossen, das Ressort für Wissenschaft und Technologie zu einem eigenen Ministerium zu machen, um in dieser Phase der Cyber-Attacken und elektromagnetischen Angriffe reaktionsfähig zu sein", so Maduro. Es gehe nun darum, den "Krieg um die Stromversorgung" zu gewinnen, fügte er an. Per Dekret sollen zudem Krisenreaktionsgremien auf nationaler Ebene und in den Teilstaaten die Stromversorgung gewährleisten.

Die Regierung macht Angriffe von außen und Sabotage für die massiven Stromausfälle der vergangenen Wochen verantwortlich, während die Opposition um den selbsternannten "Interimspräsidenten" Juan Guaidó der Maduro-Führung Misswirtschaft vorwirft.

Nach den wiederholten Stromausfällen hatte Maduro bereits am Wochenende eine Rationierung der Stromversorgung angekündigt. Alle öffentlichen Einrichtungen, darunter Schulen und Behörden, sollen ab 14 Uhr schließen, sagte er am Sonntag in einer landesweit übertragenen Ansprache. Die Regelung soll zunächst für einen Monat gelten. Der Präsident warf der Opposition und den USA erneut "terroristische Angriffe" auf das Stromnetz des Landes vor.

In den vergangenen Wochen ist es in Venezuela parallel zur Zuspitzung der innenpolitischen Krise zu wiederholten schweren Blackouts gekommen. Am Freitag gab es in Caracas und 20 der insgesamt 23 Teilstaaten keinen Strom. In mehreren Regionen dauerten die Probleme am Wochenende weiter an. Bei Protesten gegen die Unterbrechung der Stromversorgung ist es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Die Polizei trieb kleine Gruppen von Demonstranten am Samstag in der Hauptstadt Caracas mit Tränengas auseinander. Auch in anderen Teilen des Landes kam es zu Protesten. Regierung und Opposition riefen ihre Anhänger zu neuen Demonstrationen in der kommenden Woche auf.

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