El Niño: Fluten in Kolumbien und Dürre in Zentralamerika

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Räumungsarbeiten auf der Panamericana zwischen Pasto und Popayán. Gerade erst war die Strecke nach den Blockaden von Indigenen wieder freigegeben
Räumungsarbeiten auf der Panamericana zwischen Pasto und Popayán. Gerade erst war die Strecke nach den Blockaden von Indigenen wieder freigegeben

Bogotá/San Salvador/Guatemala-Stadt. Nach drei Monaten extremer Dürre hat in Kolumbien und anderen lateinamerikanischen Ländern das periodisch wiederkehrende Wetterphänomen El Niño eingesetzt. Dieses Klimaphänomen löst starke Regenfälle im Pazifikraum aus. Bereits 40 Personen sind in den letzten Wochen bei Erdrutschen alleine im Süden des Landes umgekommen.

Im März wurden von der Katastrophenschutzbehörde Kolumbiens über 68 Fälle von Überschwemmungen, Erdrutschen, Sturzfluten, Stürmen und Gewittern verzeichnet. Der jüngste und in diesem Jahr schwerste Vorfall hinterließ am Ostersonntag 33 Todesopfer. Im Department Cauca gab es einen Erdrutsch, der sieben Häuser mit sich riss. Die Opfer wohnten zum Teil in indigenen Autonomiegebieten, in denen die eigene Sicherheitsstruktur Guardia Indigena teils schneller und effektivere Hilfe leistet, als die staatlichen Institutionen.

Auch die normalen saisonbedingten Regenfälle haben laut Klimaaktivisten in den letzten Jahren zugenommen. El Niño verschlimmert diese noch. Er tritt alle zwei bis sieben Jahre auf. Das Institut für Hydrologie, Meteorologie und Umweltstudien hat für zehn von 23 Departments die höchste Warnstufe ausgesprochen. Dennoch wird erwartet, dass sich der Zustand Ende April wieder normalisiert. Erst im letzten Jahr sind in der südlichen Stadt Mocoa bei einer Schlammlawine über 300 Menschen gestorben und über 400 verletzt worden.

In Zentralamerika sorgt El Niño hingegen für extreme Trockenheit. 2,2 Millionen Personen haben in El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua ihre Ernten verloren und 1,4 Millionen Personen hängen nun direkt von internationaler Hilfe ab. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) fordert daher bereits, einen Hilfsfonds einzurichten.

El Niño wird auf die Erwärmung des pazifischen Ozeans zurückgeführt. Unter der Erderwärmung leiden unmittelbar die vom Klima abhängigen Landwirte in den armen Regionen der Welt. Laut Prognosen der FAO kann das Phänomen in Mittelamerika noch bis Oktober andauern.

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