Petition an Regierung von Costa Rica nach Mord an indigenem Aktivisten

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Das Mitglied des Ältestenrates, Pablo Sivas, übergab die Petition dem Präsidialamtsminister Juan Alfaro
Das Mitglied des Ältestenrates, Pablo Sivas, übergab die Petition dem Präsidialamtsminister Juan Alfaro

San José. Zwei Monate nach dem Mord an dem indigenen Aktivisten Sergio Rojas sind noch immer keine Tatverdächtigen gefasst worden. Die 40 Preisträger des Alternativen Friedensnobelpreises (Right Livelihood Award) reichten vergangene Woche eine Petition an die costa-ricanische Regierung ein. Darin fordern sie die unverzügliche Aufklärung des Mordes an Rojas und die sofortige Landrückgabe an die indigenen Gemeinden der Bribri, Bröran und Bruncai und anderen indigenen Gemeinschaften.

Rojas wurde von Unbekannten auf dem Territorium der Bribri-Indigenen in Salitre in seinem Wohnort erschossen. Er setzte sich aktiv für seine Gemeinde und die Durchsetzung indigener Rechte ein. Die Preisträger drückten ihren Schmerz über den Verlust Rojas aus, dessen "Ideen und Widerstand nun aktueller und wichtiger denn je" seien.

Die Petition fordert die Regierung von Costa Rica zudem auf, Rechte für die indigenen Gemeinden vollständig umzusetzen und ihnen Schutz zu garantieren. Der argentinische Preisträger und Mitinitiator der Petition, Raúl Montenegro, macht vor allem die fehlende staatliche Präsenz in Salitre und das Versagen der Behörden für den Mord an Rojas verantwortlich. Durch den Interamerikanischen Gerichtshof angeordnete Schutzmechanismen für von Gewalt und Enteignung betroffene Gemeinden wurden von Seiten der Regierung nicht umgesetzt. Auch Rojas sollte seit 2015 spezielle Garantien für seine Sicherheit erhalten.

Bereits vor seinem Tod waren die Gemeinden von Einschüchterungen und Gewalt betroffen. Dabei geht es insbesondere um die illegale Enteignung von Ländereien, die offiziell den Gemeinden zustehen. In den Konflikt sind auch staatliche Repräsentanten verwickelt.

In einem Schreiben an die Regierung, das amerika21 vorliegt, prangert die betroffene Brörán-Gemeinde die täglichen Aggressionen in ihren Territorien an. Sie erheben dabei Vorwürfe gegen die Regierung und machen auf die Verstrickung staatlicher Funktionäre aufmerksam. Dabei soll der Schwiegervater des Richters Jean Carlos Céspedes Mora, der für die Region Buenos Aires zuständig ist, für illegale Enteignungen im indigenen Territorium Terrabá verantwortlich sein und Zwangsvertreibungen gegen die Gemeinden angeordnet haben. Céspedes Mora sei dabei parteiisch und habe bereits in der Vergangenheit Entscheidungen zugunsten von Familienangehörigen getroffen.

Die Regierung unter Carlos Alvarado hat bislang noch nicht auf die Anschuldigungen reagiert. Die Preisträger des Right Livelihood Awards kündigten in ihrer Petition an, dass sie auf Wunsch der indigenen Gemeinschaften Costa Ricas ihre Kämpfe und Rechte weiterhin unterstützen und jede ernsthafte Bedrohung, die ihr Leben und ihr Eigentum gefährden, international öffentlich machen werden.

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