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Brasilien: Bolsonaro erkennt Guaidó-Gesandte doch als Botschafterin Venezuelas an

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Präsident Bolsonaro und die Vertreterin des selbsternannten Interimspräsidenden Guaidó in Brasilien, Belandria, bei dem offiziellen Akt am 4. Juni im Palácio do Planalto
Präsident Bolsonaro und die Vertreterin des selbsternannten Interimspräsidenden Guaidó in Brasilien, Belandria, bei dem offiziellen Akt am 4. Juni im Palácio do Planalto

Brasília. Brasiliens ultrarechter Staatschef Jair Bolsonaro hat die Gesandte des selbsternannten venezolanischen Interimspräsidenten Juan Guaidó nun doch offiziell akkreditiert. Der brasilianische Außenminister Ernesto Araújo informierte am Dienstag über den Kurznachrichtendienst Twitter, er habe Bolsonaro bei der Übergabezeremonie der Beglaubigungsschreiben von acht neuen Botschaftern begleitet, darunter María Teresa Belandria. "Wir arbeiten weiter für die Demokratie in Venezuela in Abstimmung mit Präsident Juan Guaidó", so Araújo.

Vergangene Woche noch war die Einladung Bolsonaros an Belandria zu dem offiziellen Akt am 4. Juni im Präsidentenpalast laut Medienberichten wieder zurückgezogen worden. Es habe Widerstände des "militärischen Flügels" im Kabinett gegeben. Dieser wolle den Dialog mit der Regierung von Nicolás Maduro suchen, unter anderem weil befürchtet werde, dass die Instabilität in Venezuela zu Gewalt an der gemeinsamen Grenze führen könnte. Das Außenministerium von Brasilien gab dazu keine Kommentare.

Guaidó bedankte sich indes bei Bolsonaro für sein "Engagement für den Kampf aller Venezolaner" und schrieb über Twitter: "Unsere Botschafterin anerkennen bedeutet die Bemühung eines Landes anerkennen, das entschlossen ist, seine Freiheit zu erobern".

Guaidó hatte Belandria im Februar dieses Jahres ernannt. Seither trat sie international als "Botschafterin Venezuelas in Brasilien" auf. Die 56-Jährige war bis zum 14. Mai als Internationale Koordinatorin im Vorstand der rechtsradikalen Partei Vente Venezuela aktiv. Belandria habe beschlossen, sich vom Vorstand zu trennen und "ausschließlich als höchste diplomatische Vertreterin im Nachbarland tätig zu sein", heißt es in einer Stellungnahme der Partei vom Dienstag. Deren Vorsitzende Maria Corina Machado war bereits am Putschversuch gegen den damaligen Präsidenten Hugo Chávez im Jahr 2002 sowie bei den verschiedenen Umsturzversuchen gegen Maduro beteiligt. Unter anderem bei "La Salida" (Der Abgang) im Jahr 2014. Damals hatte Machado gemeinsam mit dem Politiker Leopoldo López die Anhänger der Opposition aufgerufen, auf die Straßen zu gehen, um den Rücktritt von Maduro zu erzwingen. Bei den darauf folgenden monatelangen Unruhen kamen 43 Menschen ums Leben, 800 wurden verletzt.

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