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US-Sanktionen gegen Huawei: "China kann mit Kubas Solidarität rechnen"

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Bruno Rodríguez im Interview mit der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua
Bruno Rodríguez im Interview mit der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua

Beijing. In einem Interview mit der chinesischen Nachrichtenangentur Xinhua hat Kubas Außenminister Bruno Rodríguez die jüngsten US-Sanktionen gegen den chinesischen Handyhersteller Huawei scharf kritisiert. Das Vorgehen der Trump-Administration gegen die Volksrepublik bezeichnete er als "Gefahr für den Frieden und die internationale Sicherheit". Die jüngste Eskalation des Handelsstreits zeige, dass die USA zunehmend an technologischer Wettbewerbsfähigkeit verlieren, so Rodríguez. Das Interview fand im Rahmen seines jüngsten China-Besuchs in der kubanischen Botschaft in Beijing statt.

"Kuba setzt heute vielfach chinesische Technik erfolgreich für seine eigene Entwicklung ein", erklärte der Minister. "Wir haben vollstes Vertrauen in chinesische Technologie, und insbesondere in Huawei." Das Unternehmen ist einer der wichtigsten Partner beim Aufbau des kubanischen Internet- und Mobilfunknetzes. Praktisch alle WiFi-Hotspots auf Kuba sind mit Huawei-Antennen versorgt, zudem werden Huawei-Smartphones seit einigen Jahren verstärkt in den staatlichen Telefonläden angeboten. Die Genossenschaft ist mittlerweile der zweitgrößte Handyhersteller weltweit und hat sich in den letzten Jahren mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis einen positiven Ruf erarbeitet.

Die bekannteste chinesische Handymarke wurde entsprechend zur Zielscheibe von US-Sanktionen, die mit dem bisher unbewiesenen Vorwurf der Spionage begründet werden. Die USA wollen Huawei von der Nutzung des Android-Betriebssystems für seine Smartphones ausschließen und zwingen Chiphersteller wie ARM und Intel, künftig nicht mehr für die Firma zu fertigen. Darüber hinaus unterliegt der Verkauf von Huawei-Geräten in den USA immer stärkeren Einschränkungen. Der chinesische Hersteller reagierte bereits mit der Ankündigung, bis Ende des Jahres ein selbst entwickeltes Betriebssystem einzusetzen, das zu Android kompatibel ist.

"China kann mit Kubas voller Solidarität rechnen", erklärte Rodríguez in Beijing. Die kubanische Wirtschaft werde chinesische Hersteller wie Huawei und ZTE mit "offenen Türen empfangen", und ihnen darüber hinaus "zusätzliche Geschäftsfelder bieten". Er erinnerte daran, dass Kuba als erstes Land der westlichen Hemisphäre im September 1960 die Volksrepublik China diplomatisch anerkannte. Heute befänden sich die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen beiden Ländern auf einem Höhepunkt. Erst im November 2018 hatte Kuba eine Absichtserklärung zur Teilnahme am chinesischen Infrastruktur- und Handelsprojekt der Neuen Seidenstraße unterzeichnet.

Die Volksrepublik China löste 2016 erstmals Venezuela als wichtigsten Handelspartner Kubas ab. Im selben Jahr nahm auch eine neue Fabrik für Laptops und Tablets in Kuba ihren Betrieb auf, die mit chinesischer Hilfe errichtet wurde. China ist heute einer der wichtigsten Lieferanten für Autos, Busse, Elektroroller, Haushaltsgeräte, sowie Elektronik- und Mobilfunkgeräte auf der Insel. Darüber hinaus arbeiten chinesische Firmen auch auf dem Gebiet der Biotechnologie, beim Ausbau der erneuerbaren Energien, bei der Modernisierung des Schienenverkehrs und in anderen Bereichen mit Kubas Staatssektor zusammen. Auf politischem Gebiet finden seit 2014 neben Staatsbesuchen auch wieder regelmäßige Arbeitstreffen zwischen den beiden Kommunistischen Parteien statt.

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