EU lanciert Initiative zum Schutz von Aktivisten in Kolumbien

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Die Botschafterin der EU in Kolumbien, Llombart (rote Bluse), links neben ihr BRD-Botschafter Ptassek mit weiteren EU-Vertretern und Gesandten sozialer Bewegungen bei der Vorstellung der Initiative am 11. Juni
Die Botschafterin der EU in Kolumbien, Llombart (rote Bluse), links neben ihr BRD-Botschafter Ptassek mit weiteren EU-Vertretern und Gesandten sozialer Bewegungen bei der Vorstellung der Initiative am 11. Juni

Bogotá. Die diplomatischen Vertretungen der Europäischen Union und von elf EU-Mitgliedsländern in Kolumbien haben die Initiative "Verteidigen wir das Leben" (Defendamos la Vida) gestartet. Die Kampagne hat zum Ziel, soziale Führer, Aktivisten und Menschenrechtsverteidiger gegen die Zunahme von Gewaltverbrechen und Morde besser zu schützen und die Lage sichtbarer zu machen. Die Institutionen und Botschaften der EU-Länder planen die Betroffenenen zu begleiten und damit zu schützen.

Nach Angaben des Bürgerbeauftragten wurden zwischen Januar 2016 und Februar 2019 landesweit 462 Sozial- und Menschenrechtsaktivisten ermordet.

Der deutsche Botschafter in Kolumbien Peter Ptassek warnte, dass der kolumbianische Staat mehr für den Schutz der sozialen Aktivisten tun solle. "Soziale Führungspersonen sind die Vorreiter der Zivilgesellschaft und die Zivilgesellschaft ist die Hoffnung dieses Landes. Unser Ziel ist es, mehr Sicherheit durch Verbindungen, Netzwerke und mehr Sichtbarkeit zu erreichen", sagte Ptassek bei der Vorstellung der Initiative.

Die EU-Botschafterin in Kolumbien Patricia Llombart betonte, der Schutz der sozialen Aktivisten sei eine Priorität der Arbeit der EU in dem südamerikanischen Land.

Neben Vertretern der Botschaften nahmen auch fünf kolumbianische Aktivistenführer verschiedener Organisationen teil. Unter anderem Marcela Epiayú von der Shipia Wayuu-Vereinigung von Manaure, den Indigenen aus dem nördlichen Departement La Guajira, beschrieb ihre Lebensgeschichte.

Ein weiterer Teilnehmer war Marino Córdoba, Präsident des Verbands der Vertriebenen Afrokolumbianer, welche 1996 die Region Urabá aufgrund der Militär-Operation "Genesis" gegen die Farc-Guerilla verlassen mussten. Marino Córdoba betonte bei der Veranstaltung, dass bei Verbrechen gegen die Aktivisten keine Ermittlungen eingeleitet würden. Er forderte, dass nicht nur "die Person, die tötet", sondern vor allem die, "die bezahlt, um zu töten" zur Rechenschaft gezogen werden müsse.

An der Zeremonie nahmen die diplomatischen Vertretungen aus Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark, Spanien, Finnland, Frankreich, Ungarn, Irland, Italien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Großbritannien, der Tschechischen Republik, Rumänien und Schweden, die Generalstaatsanwaltschaft, die Vereinten Nationen und der präsidiale Menschenrechtsrat von Kolumbien teil.

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