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Brasiliens Präsident unterstützt US-Blockade gegen Kuba mit "Cohiba"-Verbot

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Die kubanische Zigarrenmarke "Cohiba" soll in Brasilien nicht mehr verkauft werden dürfen
Die kubanische Zigarrenmarke "Cohiba" soll in Brasilien nicht mehr verkauft werden dürfen

Havanna / Brasília. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat den Verkauf von kubanischen Zigarren in dem südamerikanischen Land eingeschränkt. So soll die Marke "Cohiba" künftig nicht mehr in Brasilien verkauft werden dürfen. Wie die kubanische Tageszeitung Granma berichtet, hat das brasilianische Gesundheitsministerium den Verkauf aufgrund angeblicher gesundheitlicher Risiken im Zusammenhang mit der Überschreitung bestimmter Grenzwerte verboten.

So sollen die Cohiba-Zigarren ein "Übermaß an Sorbinsäure" aufweisen und deshalb nicht mehr unbedenklich konsumiert werden können. Laut dem brasilianischen Journalisten Lauro Jardim handelt es sich dabei jedoch um eine "natürliche organische Verbindung, die in Form von Mineralsalz als Konservierungsmittel für Lebensmittel verwendet wird". Die für den brasilianischen Markt zuständige Importfirma "Emporium" wies die Vorwürfe indes entschieden zurück. Bei dem verkauften Produkt handle es sich um 100 Prozent reinen Tabak, ohne jegliche Zusatzstoffe. Die erneute Registrierung der Handelsmarke Cohiba wurde durch das Ministerium unterbunden, womit der Verkauf des Produkts im gesamten Staatsgebiet Brasiliens verboten wird. In den Regalen befindliche Zigarren dürfen jedoch weiterhin gehandelt werden.

Kubas Außenhandelsminister nannte die Vorwürfe auf Twitter einen "lächerlichen Vorwand" für das Verbot "einiger der besten Zigarren der Welt" und fügte mit Blick auf die Regierung Bolsonaro hinzu: "Vielleicht haben sie eine Anweisung aus Washington erhalten, um ihren Teil zur Blockade beizutragen."

Die Zigarrenmarke "Cohiba" wurde im Jahr 1966 auf Initiative Fidel Castros als "Diplomaten-Marke" und Geschenk für offizielle Anlässe ins Leben gerufen. Sie zählt zu den teuersten unter den kubanischen Zigarrenfabrikaten und wird in fast alle Länder der Welt, darunter auch Deutschland und andere EU-Staaten, exportiert. In die USA durften Cohiba-Zigarren aufgrund der 1962 verhängten Wirtschaftsblockade seit jeher nicht geliefert werden.

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