Progressive Kräfte Lateinamerikas gründen Forum von Puebla

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Neues Forum der Linken in Puebla gegründet
Neues Forum der Linken in Puebla gegründet

Puebla. Rund dreißig führende Persönlichkeiten des linken und progressiven Spektrums aus Lateinamerika haben vergangene Woche in der mexikanischen Stadt Puebla die Gründung des neuen "Forums von Puebla" vereinbart. Es soll in Zukunft ergänzend zu dem seit Donnerstag stattfindenden "Forum von São Paulo" stehen. Die Teilnehmer kamen aus zehn Ländern des Kontinents zusammen, um Inhalte und Strategien für die kommenden Jahre zu debattieren.

An diesem "Ersten Internationalen Treffen der Fortschrittlichen Führungskräfte" nahmen unter anderem Ernesto Samper, ehemaliger Präsident Kolumbiens, sowie Daniel Martínez, Präsidentschaftskandidat der Frente Amplio in Uruguay, Fernando Hadad, ehemaliger Präsidentschaftskandidat der PT in Brasilien, und José Miguel Insulza, früherer Generalsekretär der OAS, teil. Außerdem war Yeidckol Polevnsky anwesend, die Sprecherin der Nationalen Bewegung für die nationalen Erneuerung Mexikos. Auch der frühere Bürgermeister von Mexiko-Stadt , Cuauhtémoc Cárdenas, war unter den Teilnehmern.

Bei dem Treffen wurde versucht, neue Instrumente zu finden, um dem Vormarsch der neoliberalen bis faschistoiden Regierungen in der Region zu begegnen. Die bisherigen Konzepte der Linken reichten nicht mehr aus, um auf die Herausforderungen seitens der globalisierten Wirtschaft und der neuen Technologien bessere Antworten geben zu können. Deswegen wurden ein gemeinsamer Arbeitsplan und ein permanenter Austausch zwischen den Teilnehmern vereinbart.

Zwei Tage lang erörterte man die Zukunft des Kontinents. Zu Beginn betonte Miguel Barbosa, der Gouverneur des Bundesstaates Puebla, dass die Hauptmerkmale progressiver Regierungen Sparsamkeit, ehrenhaftes Handeln, Transparenz und Bürgernähe sein müssen.

Gleichzeitig spielten aktuelle Themen eine wichtige Rolle, so der Dialogprozess zwischen Regierung und Opposition in Venezuela, die Medienkonzentration in den Händen Weniger, der Friedensprozess in Kolumbien und die politische Verfolgung progressiver Kräfte durch Justizapparate. Letzteres ist momentan vor allem im Fall des brasilianischen Ex-Präsidenten Lula da Silva, dem Präsidentschaftskandidaten Brasiliens in den vergangenen Wahlen, zu beobachten.

"Dem brasilianischen Volk wurde das Recht genommen, frei den Kandidaten zu wählen, den es zum Präsidenten haben will", sagte Fernando Haddad, Lulas Nachfolger von der PT-Partei. Inzwischen sei die Befangenheit des Richters Moro, der die Prozesse gegen Lula dirigierte und Richtern und Staatsanwälten Verhaltensmaßregeln gab, durch geleakte Telefongespräche bewiesen.

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