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Mexiko: Zwei Journalisten an einem Tag ermordet

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"Stopp den Morden an Journalisten"
"Stopp den Morden an Journalisten"

Mexiko-Stadt. Im mexikanischen Bundesstaat Veracruz ist der Journalist Jorge Celestino Ruiz Vázquez umgebracht worden. Medienberichten zufolge drang am vergangenen Freitag ein bewaffnetes Kommando in sein Haus in der Gemeinde Actopan ein und erschoss ihn. Kurz danach habe die lokale Polizei eine anonyme Meldung bekommen, eine Person sei mit einer Schusswaffe verletzt worden. Als die Polizei am Tatort ankam, war Ruiz Vázquez bereits tot.

Der Journalist war Mitarbeiter der lokalen Tageszeitung El Gráfico de Veracruz, die sich auf Korruptionsskandale und Gewaltmeldungen in der Region konzentriert.

Arbeitskollegen von Ruiz berichten, dass der Journalist kurz vor seinem Tod eine Anzeige bei den Behörden erstattet hatte, weil er Morddrohungen erhielt. Das lokale Ministerium für öffentliche Sicherheit, SSP, soll dann die von der Staatsanwaltschaft geforderten Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Ruiz umgesetzt haben.

Tage vor seinem Tod veröffentlichte Ruiz einen Artikel über den Bürgermeister von Actopan, José Paulino Domínguez Sánchez, der zehn bis zwölf Millionen Pesos (rund 550.000 Euro) für sich abgezweigt haben soll.

Im Jahr 2018 überlebte Ruiz ein Attentat knapp, als er unterwegs war und sein Auto beschossen wurde. Auf den Journalisten wurden bis zu seinem Tod insgesamt drei Anschläge verübt.

Der Gouverneur von Veracruz kommentierte auf seinem Twitteraccount: "Wir verurteilen den feigen Mord an dem Journalisten Jorge Ruiz. Wir werden die Täter auf jeden Fall finden. Das SSP von Veracruz leistete ordnungsgemäß die von der Staatsanwaltschaft geforderten Sicherheitsmaßnahmen."

Ebenfalls am Freitag wurde im Bundesstaat Guerrero ein weiterer Journalist ermordet. Edgar Alberto Nava López wurde von einer bewaffneten Gruppe in den Kopf geschossen, als er seinen Sommerkurs für Kinder am Hauptstrand von Zihuatanejo beendet hatte. Die Täter, die laut Medien zur organsierten Kriminalität gehören sollen, haben eine Schusswaffe des Kalibers neun Millimeter benutzt. Das haben der Nationale Verband vertriebener Journalisten und die Staatsanwaltschaft von Guerrero bekannt gegeben.

Neben seiner Tätigkeit als Journalist war Nava Leiter der Abteilung für Regulierungen der Stadtverwaltung von Zihuatanejo und Administrator der Facebook-Gruppe "Die Wahrheit Zihuatanejo“. Diese berichtet vor allem über politische und gewalttätige Ereignisse in der Gemeinde.

Laut Information der unabhängigen Organisation für Pressefreiheit und freie Meinunsgäußerung, Artículo 19, hat Nava vier Monate vor seinem Tod Morddrohungen wegen seiner journalistischen Arbeit bekommen. Damals war die Zeitung Diario de la Costa ebenfalls wegen ihrer Reportagen und Meldungen über die Gewalt in der Region bedroht worden.

Der Vertreter des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte in Mexiko, Jan Jarab, fordert vom mexikanischen Staat, die Morde an den Jornalisten "sofort und gründlich" aufzuklären. "Die Straflosigkeit muss eine Ende haben. Die Morde und Angriffe auf Journalisten haben negative Auswirkungen auf die Pressefreiheit", so Jarab.

Seit Jahresbeginn sind in Mexiko laut Articulo 19 zehn Journalisten ermordet worden.

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