Kuba stockt Medizinmission in Jamaika auf

kuba_cuba_arzte_mediziner_hilfe_jamaika.jpg

Kubanische Helfer in Jamaika
Kubanische Helfer in Jamaika

Havanna. Kuba will sein medizinisches Hilfspersonal in Jamaika aufstocken. Helfer aus dem sozialistischen Karibikstaat sind seit 1976 in Jamaika im Einsatz. Derzeit sind dort rund 259 Mitarbeiter tätig, darunter Ärzte, Krankenschwestern und Medizintechniker. Nun werden nach Angaben aus Havanna weitere 290 Experten entsendet.

Nach offiziellen Angaben haben Kubaner in den mehr als 40 Jahren Hilfseinsätzen in Jamaika insgesamt 2.541 Menschenleben gerettet, 73.331 Impfungen verabreicht, 30.761 Operationen durchgeführt und mehr als 1,4 Millionen Arztbesuche geleistet.

Darunter sind 18 medizinische Spezialisten, die als Mitglieder der "Misión Milagro", einem mit Venezuela initiierten Hilfsprogramm, bisher rund 16.000 Patienten operiert haben. Ziel ist, vor allem Augenkrankheiten von einkommensschwachen Jamaikanern zu heilen und ihre Sehfähigkeit wiederherzustellen.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

Bei dem erweiterten Jamaika-Einsatz handelt es sich um die jüngste Entsendeaktion kubanischen Gesundheitspersonals ins Ausland. Insgesamt sind derzeit fast 55.000 kubanischen Fachkräfte in 67 Ländern tätig. Die überwiegende Mehrheit davon kümmert sich um benachteiligte Gemeinschaften und arbeitet in abgelegenen Gebieten.

Wichtig für Kuba ist auch die gemeinsame Medizinforschung mit anderen Ländern. So einigten sich gerade die Türkei und Kuba darauf, eine Studiengruppe einzurichten, die an verschiedenen Impfstoffen, unter anderem gegen onkologische Erkrankungen, und anderen Pharmazeutika arbeiten soll. Die Zusammenarbeit wurde auf einer internationalen Gesundheitskonferenz in Genf vereinbart. Demnach wird eine hochrangige kubanische Delegation bald in die Türkei reisen. Außerdem wurden mit Indonesien und Kirgisistan Abkommen über Gesundheitszusammenarbeit unterzeichnet.

Von der hochentwickelten Medizinforschung ist allerdings das größte Nachbarland Kubas ausgeschlossen: Die verschärfte Blockade der USA gegen Kuba verhindert bzw. erschwert den Kauf und die Nutzung von einzigartigen Medikamenten und Gesundheitsdienstleistungen durch Bürgerinnen und Bürger der USA. Mehrere entsprechende Fälle schilderte die Tageszeitung US-Today bereits im letzten Jahr. Dem Bericht zufolge reiste in den Jahren, in denen sich die Beziehungen zwischen den USA und Kuba unter Präsident Barack Obama entspannt hatten, eine wachsende Zahl von Lungenkrebspatienten aus den USA nach Kuba, um einen Impfstoff namens Cimavax oder Vaxira zu erhalten. Diese Patienten sind wegen der US-Blockade das Risiko eingegangen, vom US-Finanzministerium bestraft zu werden, und gaben daher offenbar nicht den wahren Grund ihrer Reise nach Kuba an, noch erklärten sie den US-Zollbeamten, dass sie mehrere Ampullen Impfstoff in die USA brachten. Ein offener Gesundheitstourismus nach Kuba ist aus den USA nach wie vor nicht möglich.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr