Internationale NGOs: Vereinte Nationen sollen Brasiliens Umweltpolitik verurteilen

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Die internationale Aktion wurde von der Koordination indigener Völker Brasiliens (Apib) organisiert
Die internationale Aktion wurde von der Koordination indigener Völker Brasiliens (Apib) organisiert

Brasília/New York. Eine Gruppe von 14 brasilianischen und internationalen Nichtregierungsorganisationen hat angesichts der anstehenden Eröffnung der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 24. September eine Petition an den UN-Generalsekretär gerichtet, die Umweltpolitik von Brasiliens Präsident Bolsonaro zu verurteilen.

Die Unterzeichner sind entrüstet, dass die 74. Generalversammlung, die dieses Mal mit einem Klimaschutz-Gipfel beginnen wird, ausgerechnet von Bolsonaro eröffnet werden soll - "einem notorischen Klimawandel-Leugner und ausdrücklichen Gegner des Umweltschutzes". Seitdem seine Regierung an der Macht ist, nehme die Zerstörung Amazoniens in einer bisher beispiellosen Geschwindigkeit zu. Zudem habe eine Abkehr von jahrzehntelanger Umwelt- und Menschenrechtspolitik mit gravierenden Folgen für Natur und Gesellschaft stattgefunden.

Die Verfasser der Petition erklären unter anderem, dass "Amazonien ein Erbe Brasiliens" ist, "Lebensraum für mehr als eine Million Indigene und ein Erbe der Menschheit". Weiter heißt es: "Bolsonaro zu erlauben, als Redner bei einer Versammlung zu sprechen, die dem Klimaschutz gewidmet ist, ohne die Möglichkeit ihm gebührend antworten zu können, gibt die Vereinten Nationen der Lächerlichkeit preis."

Die internationale Aktion wurde von der Koordination indigener Völker in Brasilien (Articulaçao dos Povos Indígenas do Brasil) organisiert. Unterstützt wird sie unter anderem von der Interessenvertretung der afrobrasilianischen Bevölkerung (Uneafro), zahlreichen US-amerikanischen und internationalen Organisationen, unter anderem dem Komitee zur Verteidigung der Demokratie in Brasilien, Rise And Resist aus New York, Extinction Rebellion International und Climate Action Network.

Dass der brasilianische Präsident die Generalversammlung eröffnet, ist Tradition und geht darauf zurück, dass Brasilien als erstes Land die Gründungsakte der Vereinten Nationen unterzeichnete. Der zweite Redner ist traditionell der US-Präsident als Gastgeber und mit diesmal Donald Trump, ein weiterer Klimawandel-Leugner. Bolsonaro befindet sich zur Zeit zwar in stationärer medizinischer Behandlung auf Grund von Folgen des Attentats während des Wahlkampfes, laut Regierung wird er jedoch am 24. September zur Verfügung stehen.

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