Venezuela / Wirtschaft

Die Erdölproduktion in Venezuela hat sich leicht erholt

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Venezuelas Binnenwirtschaft ist vom Erdöl abhängig
Venezuelas Binnenwirtschaft ist vom Erdöl abhängig

Caracas/Wien. Venezuelas Erdölproduktion hat im November einen Anstieg von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vormonat ausgewiesen. Dies zeigen die Monatszahlen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Das ist der höchste Stand seit der Verschärfung der US-Sanktionen gegen die venezolanische staatliche Ölgesellschaft PDVSA im August dieses Jahres.

Ab diesem Monat drohte die US-Regierung ausländischen Unternehmen mit Sanktionen, wenn sie weiterhin mit PDVSA zusammenarbeiten. Bereits im Januar begann Washington mit Maßnahmen gegen den Erdölsektor des südamerikanischen Landes mit dem Ziel, dessen Präsidenten, Nicolás Maduro, aus dem Amt zu drängen.

Die Strafandrohungen bewirkten bei vielen Unternehmen, auch solchen aus dem Großabnehmer China, teilweise auf den Kauf von venezolanischem Rohöl zu verzichten. Dies führte zu einem Anstieg der Lagerbestände und zwang PDVSA, die Produktion zu reduzieren.

Die aktuelle Erholung bei den Ölexporten folgte, nachdem Kunden wie Reliance Industries aus Indien und die spanische Repsol ihre Bestellungen erhöhten, sodass PDVSA ihre Lagerbestände abtragen und die Produktion ausweiten konnte. Die Ölexporte sollen sich in der ersten Dezemberwoche nach Angaben von Refinitiv Eikon beschleunigt fortgesetzt haben.

Nach den veröffentlichten Zahlen lag die Förderung im November durchschnittlich zwischen 926.000 und 965.000 Barrel pro Tag, verglichen mit 761.000 Barrel pro Tag im Oktober, wie von der PDVSA für diesen Monat der Opec gemeldet. Der Anstieg ging einher mit der Ausweitung der Exporte auf mehr als eine Million Barrel pro Tag.

Gleichwohl kann die Erholung in Venezuelas wichtigstem Wirtschaftszweig nur als bescheiden bezeichnet werden. Sie muss sich an einer Fördermenge von 3,2 Millionen Barrel pro Tag vor zehn Jahren oder von 1,4 Millionen Barrel pro Tag im April dieses Jahres – bereits mitten in der schweren Wirtschaftskrise – messen lassen.

Der Generalsekretär der Opec, Mohammad Barkindo, sprach dem venezolanischen Öl indessen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Welt zu und kritisierte die Wirtschaftssanktionen der USA. Er würdigte die Bemühungen der Regierung unter Präsident Maduro. "Die besten Jahre für diese Nation stehen noch bevor, Venezuela hat eine glänzende Zukunft, es ist ein sehr reiches Land mit sehr unternehmerischen und gebildeten Menschen", fügte er hinzu.

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