Peru / Soziales

Proteste in Peru nach Tod von zwei McDonalds-Angestellten

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"Mörder": Inschrift an einer McDonalds-Filiale in Trujillo, Peru, nach dem Tod der beiden Angestellten (Screenshot)
"Mörder": Inschrift an einer McDonalds-Filiale in Trujillo, Peru, nach dem Tod der beiden Angestellten (Screenshot)

Lima. Nach dem Tod zweier 18-jähriger Mitarbeiter der Fast-Food-Kette McDonalds hat sich eine Diskussion um Arbeitsschutz und die prekären Arbeitsbedingungen in den Filialen des US-amerikanischen Großkonzerns in Peru entzündet. Alexandra Porras und Carlos Gabriel Campos sind am vergangenen Sonntag während Reinigungsarbeiten in einer Filiale in Pueblo Libre, Lima, durch einen elektrischen Schlag getötet worden.

Bei Demonstrationen und Mahnwachen kritisierten Aktivisten und ehemalige McDonalds-Angestellte den fehlenden Arbeitsschutz und die Politik des Konzerns nach dem Tod der beiden Jugendlichen. So berichteten Angehörige, dass McDonalds keinerlei Solidarität oder Anteilnahme gezeigt und andere Mitarbeiter gebeten habe, Schweigen über die Todesursache zu bewahren.

Zahlreiche ehemalige Angestellte meldeten sich zu Wort und berichteten von ausbeuterischen und prekären Arbeitsbedingungen, welche die Norm seien. So erhielten sie ausschließlich befristete Verträge, bekämen ein sehr niedriges Gehalt, könnten kaum Pause machen und würden zu zahlreichen unbezahlten Überstunden gezwungen. 12-Stunden-Schichten seien an der Tagesordnung, auch wenn die maximale tägliche Arbeitszeit gesetzlich auf acht Stunden begrenzt ist. Betriebsräte und Zugang zu Gewerkschaften würden verhindert, bei Kritik an den Arbeitsbedingungen Verträge nicht weiter verlängert.

Präsident Martín Vizcarra schaltete sich in die Debatte ein und kündigte Gesetzesänderungen an. "Wir können nicht zulassen, dass sich solche Dinge ereignen und danach nichts passiert", erklärte er, und plädierte für verbesserten Arbeitsschutz und mehr Kontrollen für Unternehmen.

Derzeit kommen auf 10.000 Arbeiter lediglich 0,2 Arbeitsschutzinspekteure, in fünf Provinzen des Landes gibt es keine einzigen. Die Zahl der Toten und Verletzten durch Arbeitsunfälle ist hingegen hoch: Allein in den letzten zehn Monaten starben 194 Menschen durch Arbeitsunfälle, insgesamt 29.736 Menschen wurden verletzt.

Seit dem Tod der jungen Mitarbeiter wurden verstärkt Kontrollen in Fast-Food-Läden durchgeführt, in vier Filialen von Burger King, Pizza Hut und KFC wurden Verstöße festgestellt, die zu einer Geldstrafe für die jeweiligen Unternehmen führten.

Die Staatsanwaltschaft hat indes Ermittlungen gegen McDonalds aufgenommen. Bei Verstößen gegen geltende Arbeitsschutzgesetze, die zum Tod der Jugendlichen führten, könnte dem weltweit umsatzstärksten Fast-Food-Konzern eine Geldstrafe von bis zu 56.000 US-Dollar drohen.

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