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Venezuela: Twitter sperrt Konten von Medien, Politikern und Wirtschaftsinstitutionen

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Für Vertreter der Regierung in Venezuela hat es sich ausgezwitschert
Für Vertreter der Regierung in Venezuela hat es sich ausgezwitschert

Caracas. Der Kurznachrichtendienst Twitter hat am Dienstag dieser Woche mehrere Konten gesperrt, die in Verbindung mit der venezolanischen Armee, staatlichen Medien, Politikern und Journalisten stehen. Auch das Twitter-Konto der Zentralbank von Venezuela @BCV_ORG_VE war von den Massensperrungen betroffen, berichtete der Radiosender Alba Ciudad, deren Twitter-Präsenz ebenfalls nicht mehr zu erreichen war. Eine Erklärung von dem Medienunternehmen gab es nicht. Alle betroffenen Konten gehören zu venezolanischen staatlichen Einrichtungen oder zu Akteuren, die der Regierung von Präsident Nicolás Maduro nahestehen. Einige Konten waren Ende der Woche wieder erreichbar.

Suspendiert wurden das Konto des Strategischen Operationskommandos der Bolivarischen Nationalen Streitkräfte (CEOFANB), der Account der Presseabteilung des Militärs und fünf Konten der verschiedenen Sparten der venezolanischen Streitkräfte: Armee, Marine, Luftwaffe, die Bolivarische Nationalgarde und die Miliz.

In diesem Zusammenhang schrieb der Kommandeur für Strategische Operationen, Oberadmiral Remigio Ceballos Ichaso, auf seinem Twitter-Account: "Volk von Venezuela: Die unterdrückerische Regierung der Vereinigten Staaten blockierte den Twitter-Account von CEOFANB und anderen. Sie bestehen darauf, sich in die Innenpolitik einzumischen, indem sie vaterlandslose Schwindler der venezolanischen Opposition benutzen. Die FANB lehnt diese Handlungen ab. Auf zum Kampf für die Unabhängigkeit!"

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Auch wurden die Konten von mindestens fünf Medien gesperrt: des Präsidialamtes, des Rathauses von Caracas, des zum Kommunikations- und Informationsministerium gehörenden Senders La Radio del Sur sowie von Alba Ciudad 96.3 FM, dem Sender des Kulturministeriums. Alba Ciudad folgen auf Twitter knapp 100.000 User. Auch das private Onlineportal RedRadioVe, das die Regierung unterstützt, war plötzlich nicht mehr erreichbar. Betroffen waren auch Persönlichkeiten aus dem politischen und journalistischen Bereich.

Alba Ciudad wies darauf hin, dass zeitgleich zu der Sperrungswelle in Venezuela das Twitter-Account des iranischen Fernsehsenders HispanTV für einige Stunden gesperrt war. Am 3. Januar war zudem das Konto des Präsidialamtes der Syrischen Republik nicht mehr erreichbar.

"Es ist nicht das erste Mal, dass wichtige Twitter-Accounts, die mit der Regierung des venezolanischen Chavismus verbunden sind, in politisch kritischen Zeiten massiv blockiert werden", schrieb Alba Ciudad. Im November 2013, im Juni 2017, im Jahre 2018, im Februar 2019 sowie Ende April und Anfang Mai 2019 sei es in verschiedenem Umfang zu ähnlich gelagerten Vorfällen gekommen.

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