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Exxon Mobil zieht Guyana bei Ölgeschäften kräftig ab

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In der Zentrale von ExxonMobil in Houston, USA, wird man froh über den Vertrag mit Guyana sein
In der Zentrale von ExxonMobil in Houston, USA, wird man froh über den Vertrag mit Guyana sein

Georgetown. Wie aus einem Bericht der britischen Nichtregierungsorganisation Global Witness hervorgeht, wird das südamerikanische Land Guyana gemäß eines Vertrags mit dem US-Konzern ExxonMobil aus dem Jahr 2016 bis zu 55 Milliarden US-Dollar weniger einnehmen als marktüblich möglich gewesen wäre. Demnach seien im Land verbleibende Einnahmen zwischen 65 und 85 Prozent des Gesamtvolumens üblich, Exxon wird aber nur 52 Prozent an Guyana überweisen. Global Witness schätzt, dass Guyana dadurch 1,3 Milliarden US-Dollar pro Jahr verloren gehen und damit wertvolles Geld zur sozialen Entwicklung des Landes fehlen wird.

Der Exxon-Vertrag ist in Guyana eines der zentralen Themen des Wahlkampfs vor den am 2. März stattfindenden Präsidentschaftswahlen. Aus den Reihen der Opposition wird bereits lautstark eine Neuverhandlung der Vertragsbedingungen gefordert. Die unter Druck stehende Regierung um den amtierenden Präsidenten, David A. Granger, veröffentliche umgehend eine Stellungnahme, wonach sie durch den Bericht von Global Witness "einen kalkulierten Angriff auf einen souveränen Staat kurz vor einer Wahl" sehe.

Große Ölfunde hatten Guyana zuletzt eine erhöhte internationale Aufmerksamkeit gebracht. Das US-Magazin Forbes zitiert das norwegische Beratungsunternehmen Rystad Energy, wonach bis zum Ende dieses Jahrzehnts 1,2 Millionen Barrel lukratives leichtes Rohöl pro Tag aus den Offshore-Feldern Guyanas gefördert werden könne. Um damit die Bedeutung des Vertrags für Exxon Mobil einzuordnen: 2018 sollen die gesamten Fördermengen des Unternehmen 3,8 Millionen Barrel Rohöl und Erdgas pro Tag betragen haben. Damit könnte man allein mit diesem Vertrag die Fördermengen um rund 30 Prozent steigern.

Erst vergangene Woche hatte der US-Konzern nach dem Fund eines weiteren Ölfeldes vor der Küste die Förderprognose für das südamerikanische Land von sechs auf acht Milliarden Barrel erhöht.

Guyana verfügt also wie sein westliches Nachbarland Venezuela über immense Erdölreserven. Das Wissen über die Vorkommen und die Erteilung von Förderlizenzen in der Esequibo-Region an Exxon Mobil im Jahr 2015 haben zu vermehrten Spannungen zwischen den beiden Ländern geführt. Guyana verwaltet das Gebiet, das von Venezuela auf Basis einer Vereinbarung aus dem Jahr 1966 beansprucht wird.

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