Fall Caceres in Honduras: Forderung nach Ermittlung der Drahtzieher des Mordes

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Die Hintergründe des Mordes an Berta Cáceres sind juristisch immer noch nicht restlos aufgeklärt
Die Hintergründe des Mordes an Berta Cáceres sind juristisch immer noch nicht restlos aufgeklärt

Tegucigalpa. Fast vier Jahre nach dem Mord an Berta Cáceres fordern über 500 internationale Organisationen die weitere Ermittlung und Strafverfolgung der Auftraggeber. Außerdem mahnen sie den honduranischen Staat an, die Konzession für die Nutzung des Flusses Gualcarque zurückzuziehen.

Einen Monat, bevor sich der Todestag der Menschenrechtsverteidigerin, Koordinatorin und Mitbegründerin des Zivilen Rates für indigene und Basisorganisationen in Honduras (Cphinh) jährt, hat dieser der honduranischen Staatsanwaltschaft ein von 512 Organisationen und Hunderten von Einzelpersonen aus ganz Lateinamerika, den USA und Europa unterzeichnetes Dokument übergeben, in dem Gerechtigkeit für den Mord an Berta Cáceres in der Nacht vom 2. auf den 3. März 2016 gefordert wird. Am 2. Dezember 2019 waren sieben Auftragsmörder und Mittelsmänner für den Mord an Cáceres und den versuchten Mord an Gustavo Castro zu Gefängnisstrafen zwischen 30 und 50 Jahren verurteilt worden. Der Prozessauftakt gegen den Geschäftsführer des Wasserkraftunternehmens Desarrollos Energéticos S.A. (Desa), Roberto David Castillo Mejía, der beschuldigt ist, den Mord in Auftrag gegeben zu haben, wurde hingegen bereits drei Mal verschoben. Es liegen jedoch nicht nur Beweise gegen Castillo vor, sondern auch gegen den Finanzchef des Unternehmens sowie gegen Aufsichtsratsmitglieder und Mehrheitsanteilseigner aus der einflussreichen Unternehmerfamilie Atala.

Vier Jahre seien ausreichend Zeit, um gegen die kriminelle Organisation, die hinter dem Mordkomplott steht, vorzugehen, befindet der Copinh. "Der fehlende politische Wille kommt in der Nachlässigkeit und Ineffizienz zum Ausdruck, die wiederum zur Straflosigkeit für die Herren Daniel Atala Midence, José Eduardo Atala, Pedro Atala und Jacobo Atala geführt hat", schreibt die Organisation in einer Pressemitteilung.

Berta Cáceres wurde wegen ihres Widerstands gegen das Wasserkraftprojekt Agua Zarca ermordet. Der Mord erregte aber international derartiges Aufsehen, dass Agua Zarca zum Erliegen kam. Die Konzession über den Fluss Gualcarque besteht indessen weiter, obwohl ihre Vergabe mutmaßlich ein Fall von Korruption war. Die Internationale Unterstützungsmission gegen Korruption und Straflosigkeit in Honduras (MACCIH) hatte im März 2019 gemeinsam mit der honduranischen Sonderstaatsanwaltschaft für Korruptionsdelikte (UFECIC) einen Prozess wegen Betrugs bei der Erlangung von Konzessionen und Genehmigungen eröffnet. Einer der Angeklagten war ebenfalls Roberto David Castillo Mejía.

Das Mandat der MACCIH wurde mittlerweile von Seiten der honduranischen Regierung beendet, eine Fortführung des Betrugsprozesses um Agua Zarca soll dennoch geplant sein.

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