Größte Zusammenkunft indigener Völker in Brasilien findet online statt

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Das virtuelle Acampamento Terra Livre findet vom 27. bis 30. April statt
Das virtuelle Acampamento Terra Livre findet vom 27. bis 30. April statt

Brasília. Aufgrund der Covid-19-Pandemie veranstalten indigene Dachverbände Brasiliens das 16. Camp zur Befreiung des Landes virtuell.

Das "Freies Land-Camp" (Acampamento Terra Livre, ATL) findet zwischen dem 27. und 30. April statt. Dabei versammeln sich Indigene aus dem ganzen Land, um den Widerstand ihrer Bewegungen zu stärken. Veranstaltet wird das virtuelle Camp von den Dachverbänden Artikulation Indigener Völker Brasiliens (APIB) und Indigene Nationale Mobilisierung (MNI).

Angesichts der Bedrohung durch die Corona-Pandemie, aber auch vermehrter Invasionen in ihre Gebiete, zunehmender Attentate und Kriminalisierung ihrer Führungspersönlichkeiten, will das virtuelle Format des Treffens auf die drohende Gefahr eines neuen Völkermords aufmerksam machen und prangert die Nachlässigkeit der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro beim Schutz der indigenen Völker an.

Die Veranstaltung begann am Montag und überträgt vier Tage lang Begegnungen, Pajelanças (schamanische Heilzeremonien), Lieder, traditionelle Tänze, Filme, Debatten zwischen Frauen verschiedener ethnischer Gruppen sowie runde Tische und andere Austauschformen, die Menschen aus ganz Brasilien digital verbinden.

Bei den Podiumsdiskussionen reichen die Themen von "Indigene Gesundheit und institutioneller Rassismus", "Indigene Völker in Zeiten des Coronavirus", "LGBTQ + Indigene Agenda", "Bekämpfung des Klimawandels, zunehmende Entwaldung und Auswirkungen auf die Post-Pandemie", "Indigene Rechte, Verletzungen und Autoritarismus", "Die Migrationsprozesse der indigenen Völker in Acre und die Covid-19", "Geschichten über die ersten Land-Rückgewinnungen im Süden Brasiliens" bis "Internationaler Tisch" und viele andere.

"Die Alarmglocken läuten, der Kampf der Indigenen ist dringend nötig und die Gesellschaft muss diese Sache, die uns allen gehört, unterstützen", lädt Sônia Guajajará, Koordinatorin der APIB vom Volk der Kaiowá, ein.

Währenddessen geht das Morden an indigenen, Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten weiter. Am 18. April wurde Ari vom Volk der Uru-eu-wau-wau im Munizip Jaru im Bundesstaat Rondônia getötet. Laut APIB gehörte er zur Gruppe der „Wächter“ und Beschützer des Territoriums seines Volkes und wurde von den für die Invasionen und Verwüstungen in der Region verantwortlichen Kriminellen bedroht. Es gibt noch immer keine Informationen über die Umstände oder die Urheberschaft des Verbrechens.

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