Kolumbien: Familienmitglied stirbt bei Attentat auf ehemalige Farc-EP-Kämpfer

Caloto, Kolumbien. Die Angriffsserie auf demobilisierte Farc-EP-Kämpfer setzt sich fort. Bei einem Attentat auf Sebastián Ilamo und Eduardo Hilamo, zwei ehemalige Guerilleros, starb Cristian Conda, der Cousin Ilamos. Hilamo und Ilamo wurden verletzt.

Der Mord ereignete sich am vergangenen Samstag in der Gemeinde Caloto (Departamento Cauca), informierte die Farc-Partei (Alternative revolutionäre Kraft des Volkes, Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común) über Twitter. Der erst 21-jährige Cristian Conda war Bewohner des gemeinschaftlichen indigenen Landes (resguardo) López Adentro. Einer Pressemitteilung des resguardos zufolge drangen gegen 17 Uhr zehn stark bewaffnete Männer in das Wohnhaus der Familie Hilamo ein, feuerten Schüsse auf die Bewohner ab und flüchteten anschließend in einem grauen Wagen vor der Indigenen Wache (Guardia Indígena), welche die Zone absicherte.

Conda wurde Opfer eines Anschlags, der nicht primär gegen ihn gerichtet war. Conda sei nie Teil der Farc-EP gewesen sein. Doch die Gemeinde ist durch ihre Aktivitäten einer ständigen Bedrohung ausgesetzt und lebt in Angst und Sorge. Conda war für das resguardo López Adentro politisch aktiv. So unterstützte er beispielsweise die Reform des "Plan de Vida" (Lebensplan) und weitere Aktivitäten für das Gemeinwohl des resguardo in Caloto. Damit reiht sich auch der Mord an Conda in die Liste der systematischen Morde an Indigenen, Bauern und Afrokolumbianern im Departamento Cauca ein.

In einer Mitteilung forderte der Regionale Indigene Rat des Cauca (Consejo Regional Indígena del Cauca) die Behörden dazu auf, das Leben in den Gemeinden besser zu begleiten und zu garantieren. Die Institutionen riefen sie auf, "in die schweren Gewalttaten einzugreifen, die gegen die verschiedenen Anführer, Mitglieder indigener Gemeinschaften und soziale Sektoren inmitten dieses traumhaften Friedensprozesses verübt werden".

Die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Aber auch die Guardia Indígena selbst sucht nach den Verantwortlichen für das Verbrechen.

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