Kolumbien / Politik

Erneut ehemalige Farc-Mitglieder in Kolumbien ermordet

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Laut Indepaz wurden 2020 bereits 42 ehemalige Angehörige der Farc-Guerilla ermordet
Laut Indepaz wurden 2020 bereits 42 ehemalige Angehörige der Farc-Guerilla ermordet

Bolívar. Das Vorstandsmitglied der "Alternativen revolutionären Kraft des Volkes (Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común, Farc), Jorge Iván Ramos, ist in der Gemeinde Santa Rosa im Bundesstaat Bolívar ermordet worden. Ramos, auch bekannt unter dem Namen Mario Morales, unterstützte 2016 den Friedensvertrag und stimmte im Zuge dessen seiner Demobilisierung zu. Neben ihm wurden in der Region letztes Wochenende zwei weitere ehemalige Angehörige der Farc-EP-Guerilla, Omaira Alcaraz und Fernando Gaviria, erschossen.

Ramos habe sich aus beruflichen Gründen in der Bergregion von San Lucas aufgehalten, um mit der dortigen Landbevölkerung und Minenarbeitern an Projekten zu arbeiten, die Bestandteil des Friedensvertrags zwischen der Farc und der kolumbianischen Regierung sind.

Griselda Lobo, bekannt als Kommandantin Sandra Ramírez und heute Senatorin der Farc-Partei äußerte, dass die Ermordung dreier ehemaliger Guerilleramitglieder binnen weniger Stunden und innerhalb einer Region die Regierung alarmieren sollte. An den Präsidenten Iván Duque gewandt fügte sie hinzu: "Wie sollen wir unseren Genossen und Genossinnen vor Ort noch sagen, dass sie ruhig bleiben sollen?"

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Während die Farc-Partei die noch aktive Guerilla "Nationale Befreiungsarmee" (Ejército de Liberación Nacional, ELN) für den Mord an Jorge Iván Ramos verantwortlich macht, erklärte die landesweite linke Bewegung "Kongress der Völker" (Congreso de los Pueblos) auf Twitter, Omaira Alcaraz und Fernando Gaviria seien von "paramilitärischen Gruppierungen" ermordet worden.

Laut der Farc-Partei wurden seit der Unterzeichnung des Friedensvertrags im November 2016 bereits 227 ehemalige Guerillakämpfer ermordet.

Nach Angaben des Instituts für Friedens- und Entwicklungsstudien Indepaz wurden alleine dieses Jahr 42 ehemalige Guerrillamitglieder umgebracht, die das Friedensabkommen mitgetragen hatten (Stand: 29. August).

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