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Guatemala: Ex-Guerillero Montes in Mexiko verhaftet

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César Montes nach seiner Festnahme in Mexiko auf dem Weg zur Anhörung vor Gericht (Screenshot)
César Montes nach seiner Festnahme in Mexiko auf dem Weg zur Anhörung vor Gericht (Screenshot)

Guatemala. Nach mehrmonatiger Suche durch die guatemaltekische Polizei und Interpol ist der Ex-Guerillero César Montes (77) in Mexiko verhaftet worden. Er wird nun nach Guatemala abgeschoben. Montes ist Präsident der Fundación Luis Augusto Turcios Lima und politisch aktiv gegen Landraub und Extraktivismus großer Konzerne.

Im Departamento Izabal gibt es große Bergbauprojekte, die unter anderem das Grundwasser verunreinigen und die indigene Bevölkerung von ihren heimischen Plantagen und Grundstücken vertreiben. So kam es dort nahe der Ortschaft El Estor im letzten Jahr zu einem Vorfall, der zum Haftbefehl gegen César Montes führte. Er wird beschuldigt, am 3. September 2019 eine Gruppe von neun Soldaten überfallen zu haben. Dabei kamen drei Soldaten ums Leben. Aus der Gruppe der Überfallenen berichtete einer der Überlebenden, dass César Montes den Befehl zur Tötung gegeben habe.

Seinerzeit erregte der Vorfall größere Aufmerksamkeit, weil der damals amtierende Präsident Jimmy Morales nach dem blutigen Vorfall den Ausnahmezustand in mehreren Landesteilen verhängte (amerika21 berichtete). Insbesondere wurde auf unterschiedliche mögliche Tathergänge und die Minenprojekte verwiesen, die sich in den betroffenen Gebieten befinden und nicht als Teil des Konflikts verschwiegen werden dürften.

Der heute amtierende Präsident Alejandro Giammattei lobte in einer Pressekonferenz die Festnahme Montes' und erklärte, dass sie eines der Ziele seiner Regierung gewesen sei. Auch verschiedene Lobbygruppen äußerten ihre Freude, darunter die Vereinigung zum Schutz des Privateigentums (Acdepro), die Cacif, die Landwirtschaftskammer und die Industriekammer (CIG). Damit stärkte ein Großteil der Oligarchie Präsident Giammattei und der Polizei den Rücken.

Als ehemaliger Kommandant der Fuerzas Armadas Rebeldes (FAR) und des Ejercito Guatemalteco de los Pobres (EGP) während des Bürgerkriegs besitzt Montes viel Erfahrung im Guerillakrieg. Er kämpfte nicht nur in Guatemala, sondern auch in El Salvador und Nicaragua. In einem Video nach seiner Festnahme verweist er explizit auf diese Erfahrung und leitet daraus ab, dass er nicht der Täter sein könne, da er keinen Soldaten hätte entkommen lassen.

César Montes wird sich nun vor einem guatemaltekischen Gericht verantworten müssen.

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