Kuba und Deutschland: Konferenz zur Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien

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Windenergie Kuba
Windpark in Kuba

Havanna. In Kubas Hauptstadt Havanna hat die erste deutsch-kubanische Fachkonferenz zum Thema erneuerbare Energien stattgefunden. Organisiert wurde die Veranstaltung durch das deutsche Büro zur Förderung von Handel und Investitionen in Kuba, mit Unterstützung der deutschen Botschafterin, Heidrun Tempel, und des Generalsekretärs der kubanischen Handelskammer, Omar de Jesús Fernández.

Nach Vorträgen von Vertretern kubanischer Unternehmen und Entscheidungsträgern hatten die acht teilnehmenden deutschen Unternehmen die Möglichkeit, in einer Art virtueller Markterkundung mit potentiellen Partnern in Kuba in Kontakt zu treten und sich über eine Zusammenarbeit auf dem Sektor der erneuerbaren Energien auszutauschen.

Marlenis Águila, Expertin zu diesem Thema im kubanischen Ministerium für Energie und Bergbau, hob die Bedeutung dieses Austausches hervor, um Projekte zu prüfen, die es ermöglichen, deutsche Technologien und Entwicklungen in Zusammenarbeit mit der einheimischen Industrie zu nutzen. Abschließend wurde bekanntgegeben, dass vom 24. bis 27. November eine dritte Geschäftsreise zwischen Kuba und Deutschland geplant ist, welche dem Abfallwirtschafts- und Recyclingsektor gewidmet sein wird. Das deutsche Büro zur Förderung von Handel und Investitionen in Kuba ist Teil des Netzwerks Deutscher Auslandshandelskammern und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Für Kuba ist die Zusammenarbeit im Sektor der erneuerbaren Energien von besonderer Bedeutung. Dieser wurde durch die Nationalversammlung 2014 als strategisch wichtig eingestuft. Die beschlossene Strategie 2030 hat vier Hauptziele:

  • 24 Prozent der Energie aus erneuerbaren Ressourcen zu beziehen,
  • die Abhängigkeit von Brennstoffimporten nicht zu erhöhen,
  • die Senkung der Energiekosten sowie
  • die Verringerung der Umweltverschmutzung.

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Der vormalige Staatspräsident Raúl Castro hatte 2016 in einer Rede vor der Nationalversammlung unterstrichen, dass bis dahin lediglich 4,65 Prozent der Energie aus erneuerbaren Energiequellen bezogen worden seien. "Die Voraussetzungen in der Solar- oder Photovoltaik-, Wind- und Biomasseenergie sind mehr als ausreichend", so Castro damals. Da dies "einer der strategischen Sektoren" sei, müsse man "ausländische Investitionen stark fördern".

Aktuellere offizielle Angabe über den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergiemix existieren seither nicht. Das Nationale Statistikamt Kubas gibt in seinem Bericht von 2019 über die letzten sechs Jahre lediglich einen leichten Rückgang an fossilen Brennstoffen an, bei annähernd gleichen Werten für die Energiegewinnung aus Zuckerrohr und leichtem Anstieg an Wasserkraft.

In unterschiedlichen Pressepublikationen finden sich zudem einzelne Werte zu verschiedenen Teilsektoren. So wird für den Bereich der Photovoltaik im Jahr 2019 ein Anteil von 1,15 Prozent angeben, während für Wasser- und Windkraft zahlreiche in- und ausländische Projekte in der Planung sind, deren Anteile jedoch nicht benannt werden. Lediglich für Biomasse findet sich die Angabe eines 14 prozentigen Anteils an der Gesamtproduktion der erneuerbaren Energien.

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