Ecuador / Politik

Wahlen in Ecuador: In Gefängnissen wird bereits abgestimmt

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Die Wahlen in Ecuador haben in Gefängnissen bereits begonnen, wie hier in einem Frauengefängnis
Die Wahlen in Ecuador haben in Gefängnissen bereits begonnen, wie hier in einem Frauengefängnis

Quito. Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Ecuador haben gestern in Quito mit Stimmabgaben in Gefängnissen bereits begonnen. Der Wahlrat übertrug den Beginn in einem Lifestream. Am heutigen Freitag beginnen die "Wahlen zu Hause" (voto en casa). Dies ist für diejenigen Wähler:innen gedacht, denen es wegen physischer Einschränkungen nicht möglich ist, in ein Wahlbüro zu gehen. Wahlbeobachter:innen werden auch daran bereits teilnehmen können. Eine Briefwahl gibt es in Ecuador nicht.

Inzwischen sicherte der Banker und Präsidentschaftskandidat für das Bündnis CREO, Guillermo Lasso, dem Kandidaten für die indigene Organisation Pachakutik, Yaku Pérez, seine volle Unterstützung für eine mögliche Stichwahl zu, sollte Pérez dann gegen den Kandidaten des Linksbündnisses Unes, Andrés Arauz, antreten. Peréz antwortete darauf per Twitter: Er sei der einzige Kandidat mit Chancen, den Correismo zu besiegen. Pérez betonte außerdem, dass er im Unterschied zu Lasso die Regierung des jetzigen Präsidenten, Lenín Moreno, nie unterstützt habe. Bei den letzten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2017 stellte sich allerdings Pachakutik hinter Lasso, um den Correismo zu verhindern.

Laut einer Meldung von Pichincha Universal gab die Europäische Union (EU) bekannt, dass es keine Wahlbeobachter:innen der EU gebe. Wenn sich Abgeordnete der EU als Wahlbeobachter.innen äußern würden, sei dies nicht im Namen der EU. Diese Aussage dürfte sich, ohne Namen zu nennen, auf zwei Wahlbeobachter aus Spanien bezogen haben (amerika21 berichtete gestern). Der Vizepräsident der Wahlbehörde hatte gefordert, dass ihnen wegen Einmischung in die Wahlen die Akkreditierung entzogen werden müsse.

Am Mittwoch und Donnerstag schlossen die an den Wahlen beteiligten Parteien und Organisationen ihre Wahlkampagnen ab. Lasso hielt die letzte Veranstaltung in Guayaquil im Süden des Landes ab, Pérez, wie auch Arauz, in der Hauptstadt Quito. Seit Donnerstag um Mitternacht darf keine Wahlwerbung mehr stattfinden.

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