Mexiko / Menschenrechte

Seris-Indigene in Mexiko seit Monaten ohne Wasser

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Seris-Indigene bei dem Fußmarsch in Comcáac, Sonora
Seris-Indigene bei dem Fußmarsch in Comcáac, Sonora

Comcáac, Mexiko. Seris-Indigene im nordmexikanischen Bundesstaat Sonora haben mit einem Fußmarsch gegen Wassermangel sowie gegen die überteuerten Stromtarife in ihren Gemeinden protestiert. Mit dem "Caminata Comcáac" wollten sie Aufmerksamkeit für die langjährige Problematik erregen. In den Gemeinden Comcáac, El Desemboque, Punta Chueca und El Piquito funktioniert die Wasserversorgung seit Dezember 2020 nicht.

Die Protestierenden haben nach eigenen Angaben alle notwendigen bürokratischen Schritte unternommen, dennoch komme die Regierung ihrer Verpflichtung nicht nach. Dies geschieht in einer Region, wo die Tagestemperaturen bis zu 40 Grad ansteigen. "Wir haben Treffen mit den Behörden beantragt, Petitionen eingereicht. Wir sind im letzten Jahr vor die drei Regierungsebenen gegangen und auch zu Menschenrechtsorganisationen und wir haben keine Antwort erhalten", prangern die Indigenen an.

Weitere Probleme in diesen Seris-Gemeinden sind die hohen Stromtarife, obwohl diese Dienstleistung nicht regelmäßig angeboten wird. Auch die Müllentsorgung ist mangelhaft. "Das liegt daran, dass unsere Gemeinden soweit entfernt von den Bezirksämtern liegen", berichten die Protestierenden.

Der 35 Kilometer lange Fußmarsch begann im Zentrum vom Comcáac und endete in einem Tal. Dort trafen sich die Einwohner von Comcáac und El Desemboque miteinander und führten eine gemeinsame traditionelle Zeremonie durch. Sie wollen in Zukunft gemeinsam gegen die zahlreichen Probleme ankämpfen, zu denen auch das Fehlen von angemessener Gesundheitsversorgung und Bildungsmöglichkeiten gehört.

Die Protestaktion wurde solidarisch von den Musikgruppen Café Tacuba und Maldita Vecindad begleitet.

Die Siris-Gemeinden liegen zwischen der Küste und der Wüste von Sonora. Eine Region, die wegen ihrer zahlreichen Naturressourcen ausgebeutet wird: die Fischwilderei auf der einen und die zahlreichen Bergbauprojekte auf der anderen Seite. Bis 2015 wurden acht Lizenzen an nationale und internationale Konzerne, vor allem aus Kanada, für Bergbauarbeiten allein in Comcáac vergeben. Für diese Projekte wurden Teile des Naturreservats der Gemeinde verwüstet. Als Folge davon stehen nun Tiere auf der Liste aussterbender bedrohter Arten, darunter das Dickhornschaf, wie Medien bereits 2019 berichteten.

Dazu kommt, dass die Gemeinden auf einer der wichtigsten Routen für den Drogenschmuggel Richtung USA liegen. Die Indigenen werden von Drogenkartellen erpresst und junge Männer werden zwangsrekrutiert.

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