Venezuela und Russland verstärken Wirtschaftsbeziehungen

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Russlands Vizepremier Borissow und Venezuelas Ölminister El Aissami bei dem Cian-Treffen in Caracas
Russlands Vizepremier Borissow und Venezuelas Ölminister El Aissami bei dem Cian-Treffen in Caracas

Caracas. Venezuela und Russland haben weitere Verträge zur Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Handel, Finanzen, Transport, Militär, Landwirtschaft und Arzneimittel unterzeichnet. Die Handelsabkommen, die Teil eines Zehnjahresplans sind, waren das Ergebnis von fünf Treffen, die in Caracas im Rahmen der Hochrangigen zwischenstaatlichen Kommission (Comisión Intergubernamental de Alto Nivel, Cian) stattfanden.

Russlands Vizepremierminister Juri Borissow, der die Kreml-Delegation leitete, traf sich mit Präsident Nicolás Maduro, Vizepräsident Delcy Rodríguez und Erdölminister Tareck El Aissami.

Unter anderem sollen das venezolanische Transportsystem, die Sicherheit der Ölindustrie und der Zugang zu Covid-19-Impfstoffen verbessert werden.

Borissow sagte, bei den Vereinbarungen gehe es ebenfalls um "gemeinsame Investitionsprojekte zur Erschließung der venezolanischen Öl- und Gasvorkommen". Er zeigte sich überzeugt, dass der Handel zwischen den beiden Nationen weiter wachsen wird. Die bilateralen Beziehungen "haben sich als fähig erwiesen, Sanktionen entgegenzuwirken", die in den letzten Jahren von den USA, der Europäischen Union und ihren Verbündeten gegen das lateinamerikanische Land verhängt wurden.

"Wir verurteilen aufs Schärfste die Praxis der einseitigen Sanktionen gegen Venezuela, die die soziale Situation des Landes massiv beeinträchtigen und die Möglichkeit einschränken, Lebensmittel und Medikamente zu bekommen", sagte Borrisow gegenüber Journalisten und betonte die Notwendigkeit, den von den USA verhängten Sanktionen durch Kooperation entgegenzuwirken. El Aissami betonte seinerseits, die Unterstützung Russlands habe geholfen, den durch die US-geführten Zwangsmaßnahmen verursachten Schaden zu mildern.

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Die Sanktionen gegen Venezuela begannen im Jahr 2015 und wurden ab 2017 verschärft, als die USA die staatliche Erdölgesellschaft PDVSA mit Finanzsanktionen, einem Ölembargo und einer Reihe anderer Maßnahmen ins Visier nahmen und rund sieben Milliarden US-Dollar an venezolanischen Vermögenswerten im Ausland einfroren.

Die Regierung Maduro hat wiederholt angeprangert, dass die US-Blockade die Beschaffung von Impfstoffen und medizinischen Hilfsgütern in der Corona-Pandemie behindert. Kürzlich haben hochrangige Vertreter der Vereinten Nationen an die Länder appellliert, alle Zwangsmaßnahmen aufzuheben, da sie gegen die Menschenrechte und das Völkerrecht verstoßen. Auch US-Parlamentarier haben die Regierung von Joe Biden aufgefordert, ihre Sanktionspolitik und deren Folgen zu überdenken.

Caracas hat inzwischen rund 250.000 Dosen des russischen Vakzins Sputnik V erhalten, weitere Lieferungen sollen folgen. Die Regierung Maduro unterzeichnete nun zudem ein Abkommen zur Teilnahme an den Testungen von Russlands EpiVacCorona-Impfstoff.

An dem Cian-Treffen nahm auch das russische Biotechnologieunternehmen Geropharm teil. Mit ihm wurde die Produktion von mehr als 34 Millionen Insulindosen für 2,96 Millionen Patienten in Venezuela in den nächsten fünf Jahren vereinbart. Diabetiker sind aufgrund der US-Sanktionen mit einer schweren Insulinknappheit konfrontiert.

Ebenfalls anwesend war der Staatskonzern Rostec, der seine Technologie einsetzen wird, um die Sicherheit der venezolanischen Ölindustrie zu gewährleisten. In einer von der russischen Agentur TASS veröffentlichten Erklärung des Unternehmens heißt es, die Zusammenarbeit werde den Schutz von Energieerzeugungsanlagen vor Cyberangriffen, die Lieferung von Ausrüstung und Brandbekämpfungsanlagen "sowie Investitionsprojekte in Venezuela" umfassen.

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