Menschenrechtskoordination Mexiko fordert Ende der Straflosigkeit

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"Die Flüsse sollen ohne Grenzen fließen. Nein zum Staudamm im Paso de la Reyna": Versammlung in Paso de la Reyna, 2018
"Die Flüsse sollen ohne Grenzen fließen. Nein zum Staudamm im Paso de la Reyna": Versammlung in Paso de la Reyna, 2018

Stuttgart. Nach der Ermordung von fünf mexikanischen Umweltaktivisten innerhalb von drei Monaten fordert das Netzwerk Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko vom Staat ein Ende der Straflosigkeit.

In der Gemeinde Paso de la Reyna, Bundesstaat Oaxaca, sind zwischen Januar und März dieses Jahres Fidel Heras Cruz, Raymundo Robles Riaño, Noé Robles Cruz, Gerardo Mendoza Reyes und Jaime Jiménez Cruz von bewaffneten Gruppen getötet worden.

Die Opfer waren allein unterwegs als sie hingerichtet wurden. Sie alle waren aktive Umweltaktivisten, die sich am erfolgreichen Widerstand gegen die geplanten PH-Rio-Verde-Projekte des Privatunternehmens ENERSI S.A. und der mexikanischen Bundeskommission für Energie (CFE) beteiligt haben. Der seit 2006 geplante Bau eines Staudamms im Flussgebiet Rio Verde in Paso de la Reyna konnte bis heute nicht umgesetzt werden. Zudem haben sie den illegalen Kiesabbau dort durch eine mächtige Familie der Region angeprangert.

Die 15 deutschen Menschenrechtsorganisationen, die die Menschenrechtskoordination Mexiko bilden, führen an, dass, "der mexikanische Staat trotz wiederholter Forderungen der Gemeinden bis heute keine Schutzmaßnahmen umgesetzt hat".

Für das Netzwerk sind die wirtschaftlichen Interessen sowie die Ausbeutung der Naturressourcen von Paso de la Reyna ein grundlegendes Motiv für die zunehmende Gewalt, heißt es in dem Kommuniqué.

Zwei der ermordeten Umweltaktivisten waren Mitglieder des Bündnisses "Rat der vereinten Völker zur Verteidigung des Rio Verde" (Concejo de Pueblos Unidos por la Defensa del Río Verde, Copudever). Dieses wurde 2006 aufgrund von sechs weiteren geplanten Staudämmen in der Region gegründet. Mittlerweile sind 43 indigene und afromexikanische Gemeinden, darunter el Paso de la Reyna, im Copudever organisiert und kämpfen friedlich um ihre Territorien.

Obwohl die Gemeinden nach der Ermordung von Fidel Heras die Aktivierung von Schutzmechanismen für weitere Umweltaktivisten von Paso de la Reyna gefordert hatten, wurden keine Maßnagmen ergriffen und die Täter bis heute nicht festgenommen.

Daher hat das Bündnis entschieden, für die eigene Sicherheit zu sorgen, und Kontrollpunkte an den Zugängen der Gemeinden eingerichtet. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Educa (Servicios para una Educación Alternativa A.C.), eine Partnerorganisation von Brot für die Welt, die Copudever begleitet.

Diese Entscheidung wurde von weiteren Menschenrechts- und Umweltorganisationen der Region solidarisch aufgenommen.

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