Bolivien / Soziales

Schlimmste Welle der Corona-Pandemie in Bolivien, Mangel an medizinischem Sauerstoff

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Allein aus Brasilien kamen 320 Tonnen Hilfslieferungen medizinischen Sauerstoffs
Allein aus Brasilien kamen 320 Tonnen Hilfslieferungen medizinischen Sauerstoffs

La Paz. Die Corona-Situation in Bolivien spitzt sich immer weiter zu. In den drei besonders betroffenen Departamentos Cochabamba, Santa Cruz und Tarija wurde der Notstand ausgerufen. Die Kliniken haben kaum noch freie Betten für schwer Erkrankte, zudem droht der Sauerstoff auszugehen.

Angesichts steigender Infektionszahlen und der damit verbundenen Anzahl an schwer erkrankten Covid-19-Patient:innen, die auf künstliche Beatmung angewiesen sind, ist der Bedarf an Sauerstoff in den letzten Wochen um 300 Prozent angestiegen. Die zwölf Unternehmen innerhalb des Landes, die Sauerstoff herstellen, fokussieren sich derzeit zu 100 Prozent auf die Produktion des medizinischen Sauerstoffs, wie Jorge Silva, Vizeminister des Verbraucherschutzministeriums, informierte. Der Bedarf übersteige die vorrätige Menge jedoch bei weitem.

Unterdessen sind Hilfslieferungen aus den Nachbarländern in Bolivien eingetroffen. Die 60 Tonnen medizinischen Sauerstoffs aus Chile, 30 Tonnen aus Argentinien und 320 Tonnen aus Brasilien wurden in die besonders betroffenen Departamentos verteilt. Allein Santa Cruz benötigt derzeit neun Tonnen Sauerstoff am Tag, wohingegen es in Cochabamba noch drei Tonnen und in Tarija 2,7 Tonnen sind. Insgesamt werden im ganzen Land täglich 25 Tonnen Sauerstoff gebraucht.

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Trotz der Hilfslieferungen gerät das Gesundheitssystem immer stärker an seine Grenzen. Viele Krankenhäuser sind zu 100 Prozent ausgelastet und können keine neuen Patient:innen aufnehmen. Durchschnittlich müssen bereits drei pro Tag abgewiesen werden. Wie die Tageszeitung El Deber berichtet, nehmen andere Kliniken noch neue Patient:innen auf, jedoch nur mit der Zusicherung ihrer Angehörigen, dass sie selbst den Sauerstoff organisieren.

Bolivien durchlebt aktuell den Höhepunkt der dritten und bisher schlimmsten Welle der Corona-Pandemie. Pro Tag werden zwischen 2.500 und 3.500 Neuinfektionen im Land registriert.

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