Widerstandsbewegung in Mexiko besetzt Firmengelände von Bonafont

mexiko_plantonbonafont.jpg

"Bonafont Raus": Pueblos Unidos de la Región Cholulteca y de los volcanes haben jetzt das Firmengelände besetzt
"Bonafont Raus": Pueblos Unidos de la Región Cholulteca y de los volcanes haben jetzt das Firmengelände besetzt

Puebla. In der Gemeinde Juan C. Bonilla in Puebla hat die organisierte Widerstandsbewegung der "Pueblos Unidos de la Región Cholulteca y de los volcanes" (Vereinte Völker der Region Cholulteca und der Vulkane) am 8. August, dem Geburtstag des Revolutionshelden Emiliano Zapata, das Gelände der Trinkwasserfirma Bonafont besetzt.

Bonafont ist eine mexikanische Tochterfirma des französischen Multis Danone und beutet – neben vielen anderen Firmen, die sich in der neuen Industriezone der Region niedergelassen haben – die lokalen Wasserreservoire der Region seit Jahren aus. Dadurch kamen die Wasserspiegel der Ziehbrunnen der Menschen vor Ort auf einen bedenklichen Tiefstand.

Die Dorfgemeinschaft der indigene Nahua organisieren sich in den Ebenen der beiden Vulkane Popocatéptl und Iztaccíhuatl bereits seit Jahrzehnten gegen infrastrukturelle Vorhaben wie beispielsweise gegen die Installation der Gasleitung des Megaprojektes Proyecto integral de morelos (PIM).

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

Seit dem Weltwassertag am 22. März 2021 halten sie die Eingänge der Firma Bonafont in Form eines permanenten Zeltlagers besetzt, sodass die Firma nicht mehr in Betrieb ist. Die Ziehbrunnen der Dorfbewohner sind seitdem wieder ersichtlich voller.

Am 29. Mai sind auf einem Acker des Dorfes Santa María Zacatepec Hunderte von Quadratmeter Boden auf 20 Meter Tiefe abgesackt. Durch geologische Untersuchungen konnte feststellt werden, dass der entstandene Krater in direktem Zusammenhang mit der übermässigen Ausbeutung der natürlichen Wasserreservoire steht.

Am Sonntag hat die organisierte Gemeinde nun das ganze Firmengelände besetzt. Es soll kollektiv genutzt werden, um Schritt für Schritt ihre Autonomie auszubauen. Ihre Forderung erweitert den berühmten Revolutionsslogan um das Element Wasser: "Tierra, agua y libertad" (Boden, Wasser und Freiheit).

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr