Exil-Oppositionsführer aus Nicaragua in Costa Rica angeschossen

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Setzt seinen Kampf gegen die Sandinisten im Exil in Costa Rica fort: Joao Maldonado
Setzt seinen Kampf gegen die Sandinisten im Exil in Costa Rica fort: Joao Maldonado

San José. Am Samstag, den 11. September ist der nicaraguanische Oppositionelle Joao Maldonado bei einem Anschlag in Escazú nahe San José durch Schüsse verletzt worden. Maldonado ist einer der Gründer der Organisation "Einheit der nicaraguanischen Exilanten" (Unidad de Exiliados Nicaraguense, UEN) in Costa Rica.

Nach Angaben von ihm Nahestehenden eröffneten zwei Männer von einem Motorrad aus das Feuer auf Maldonado, als er während der Arbeit mit seinem Chef in einem Auto unterwegs war, um Textilprodukte auszuliefern. Dies berichtet die spanische Tageszeitung ABC.

Sein Zustand sei stabil, aber kritisch, sagte seine Frau Nadia Robleto in einer virtuellen Sitzung der UEN am Samstag, die auf Facebook veröffentlicht wurde.

Nach Angaben der Organisation vom Dienstag befindet er sich inzwischen "auf dem Weg der Besserung".

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Die Tat ereignete sich am Vorabend einer Demonstration, die die UEN am Sonntag in San José abhielt, um gegen die nicaraguanische Regierung von Präsident Daniel Ortega zu protestieren. "Wir werden uns weiterhin für Gerechtigkeit und die Demokratisierung Nicaraguas einsetzen" und "Wir bekräftigen unsere morgige Teilnahme an der Demonstration", erklärte die UEN nach dem Anschlag.

Gegenüber der Presse informierte die Kriminalpolizei, die Behörden seien den beiden Motorradfahrern "auf der Spur", das Motiv werde noch ermittelt.

Von Sandinisten wird Maldonado als einer der Gewalttäter der Proteste von 2018 betrachtet. Die UEN weist diese Vorwürfe zurück und hat angekündigt, gegen entsprechende Medienberichte vorzugehen.

Seit den Protesten im April 2018 sind Tausende Nicaraguaner nach Costa Rica ins Exil gegangen. Die UEN organisiert dort häufig Demonstrationen, um den Rücktritt Ortegas und transparente Wahlen zu fordern.

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