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Jemenitische Gegenregierung gratuliert Kuba zum Tag des Sieges der Revolution

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Kubanische Revolutionäre um Fidel Castro
Kubanische Revolutionäre um Fidel Castro

Sanaa. Die Regierung des Obersten Politischen Rats (OPR) im jemenitischen Sanaa hat eine diplomatische Note nach Havanna gesandt, um Kuba im Namen des Jemens zum Sieg der Revolution vor 62 Jahren zu gratulieren. Dies berichtet die jemenitische Nachrichtenagentur Saba.

Die Regierung wird von der religiösen Bewegung der Ansar Allah (in Deutschland meist Huthi-Bewegung genannt) dominiert. Am 1. Januar wird in Kuba der Sieg der Revolution am 1. Januar 1959 gefeiert.

Die OPR-Regierung in Sanaa kontrolliert die Gebiete, in denen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leben, wird international aber bisher ausschließlich von Syrien und dem Iran anerkannt. Kontakte gab es darüber hinaus auch mit anderen Regierungen in Europa, Asien und Lateinamerika. Seit dem August 2019 hat die OPR-Regierung auch eigene Botschafter – zunächst einen in Teheran und seit dem August 2020 auch einen weiteren in Damaskus. Im Sommer diesen Jahres traf der OPR-Botschafter in Damaskus einen Vertreter der dortigen venezolanischen Vertretung. In ihrem Streben nach internationaler Anerkennung sandte die Regierung in Sanaa in den vergangenen drei Jahren zahlreiche diplomatische Noten an viele Staaten auf allen Kontinenten, unter anderem nach Bolivien, Nicaragua und Venezuela.

Der Jemen und Kuba haben bereits seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Demokratischen Volksrepublik Jemen und Kuba im Mai 1972 relativ enge Beziehungen. Kuba war in den 1970er und 1980er Jahren einer der engsten Verbündeten dieses einzigen arabischen sozialistischen Staates.

Laut CIA-Angaben dienten im Krieg zwischen dem Nord- und dem Südjemen im Herbst 1972 kubanische Piloten auf der Seite der südjemenitischen Streitkräfte. Als es 1986 zu einem kurzen Bürgerkrieg im Südjemen kam, vermittelte der damalige kubanische Präsident Fidel Castro zwischen den Konfliktparteien.

1990 trat der Südjemen dann dem Nordjemen bei und das vereinigte Jemen entstand. Im Mai 2014 nahm eine jemenitische Delegation an der 1. Mai-Demonstration in Havanna teil. Wenige Monate später unterzeichneten jemenitische und kubanische Vertreter ein Abkommen über Visafreiheit.

Kurz darauf begann der jemenitische Bürgerkrieg, in dem auch kolumbianische Söldner kämpfen. Die kubanische Botschaft in Sanaa ist derzeit geschlossen.

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