Bolivien / Wirtschaft

Bolivien von weltweiter Inflation nur wenig betroffen

bolivien-aktive-staatliche-strukturpolitik.jpeg

Schützt die aktive staatliche Strukturpolitik in Bolivien vor Inflation?
Schützt die aktive staatliche Strukturpolitik in Bolivien vor Inflation?

La Paz. Bolivien weist aktuell die niedrigste Inflationsrate in Lateinamerika auf. Das Land verzeichnete im April für die wichtigsten Produkte des Familienwarenkorbs eine monatliche Teuerung von nur 0,03 Prozent.

Nach Angaben der Sprechers der Präsidentschaft, Jorge Richter, gehört Bolivien gar zu den fünf Ländern mit der niedrigsten Inflationsrate der Welt, selbst im Vergleich zu europäischen und asiatischen Ländern. Die Aussagen beruhen auf Daten von Statistikinstituten und Zentralbanken in 18 lateinamerikanischen Ländern, die die traditionsreiche Tageszeitung La Razón zu einer Analyse genutzt hat.

Danach war der argentinische Inflationsindex im April mit 6,0 Prozent der höchste in Lateinamerika, und zehn weitere Länder lagen über 1,0 Prozent.

In Bezug auf die kumulierte Veränderung zwischen Januar und April weist Bolivien eine Teuerung von 0,41 Prozent auf, gefolgt von Ecuador (1,67 Prozent) und weit weniger als Argentinien, das 23,1 Prozentpunkte erreichte. Im Jahresvergleich weist Bolivien mit 0,87 Prozent ebenfalls den niedrigsten Index auf.

Der Generaldirektor des Bolivianischen Instituts für Außenhandel, Gary Rodríguez, vertrat die Ansicht, dass das Land durch die aktive staatliche Wirtschafts- und Sozialpolitik, aber auch durch die Investitionen von privaten Wirtschaftsakteuren stabil sei. Bolivien fördert gegenwärtig eine Strukturpolitik, die Wertschöpfungsketten zunehmend im Land hält.

Die Analyse der Daten bestätigt laut La Razón, dass die Sanktionen, die die USA und ihre Verbündeten nach Beginn des Ukraine-Kriegs gegen Russland verhängt haben, die Indikatoren für die Teuerung ausgelöst haben.

Hinzu komme die Zunahme des Verbrauchs aufgrund der Aufhebung von Einschränkungen wegen der Covid-19-Pandemie. Dies habe einen starken Anstieg der Lebensmittel- und Kraftstoffpreise und einen entsprechenden Kaufkraftverlust bewirkt, was vor allem die schwächsten Haushalte treffe.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr