Kuba / Soziales

Kuba hat einen Impfstoffkandidaten gegen Corona-Variante Omikron

kuba_leiterin_cigb_marta_ayala.jpg

CIGB-Direktorin Ayala informierte die Leitung von BioCubaFarma über den Entwicklungsstand des Impfstoffkandidaten
CIGB-Direktorin Ayala informierte die Leitung von BioCubaFarma über den Entwicklungsstand des Impfstoffkandidaten

Havanna. Kubanische Wissenschaftler haben einen Impfstoffkandidaten gegen die Omikron-Variante von Sars-CoV-2 entwickelt. Dies gab die Direktorin des Zentrums für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) in Havanna, Marta Ayala, bekannt.

"Wir haben einen Impfstoffkandidaten, dessen Immunogenität wir bereits im Tierversuch untersucht haben, und wir belegen, dass er eine hohe Immunität auslösen kann", sagte Ayala im staatlichen Fernsehen.

Die Untersuchungen an Tieren würden fortgesetzt und im nächsten Schritt finde nun ein Zulassungsverfahren statt, bei dem die Wirksamkeit des Vakzins gegen Omikron-Subvarianten bewertet werden müsse. Dann beginne die Phase der klinischen Studien.

Eduardo Martínez, Präsident der staatlichen Unternehmensgruppe BioCubaFarma, führte aus, dass die Antigene bislang von den Beta- und Delta-Stämmen gewonnen wurden, "aber mit diesem Impfstoff kommen wir dem Omikron-Stamm näher, der bisher als der ansteckendste galt". Der neue Impfstoffkandidat wäre wirksamer gegen neue Varianten, die von Omikron abgeleitet werden, und stelle einen Vorteil dar, wenn es darum gehe, anderen möglichen Varianten zuvorzukommen.

Die Omikron-Variante BA.5 hat weltweit einen neuen Ausbruch von Covid-19 verursacht und in den letzten Wochen auch zu einem Anstieg der Fälle in Kuba geführt.

Laut Ayala hat das Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie seit Beginn seiner Arbeit an der Entwicklung von Corona-Impfstoffen die Entwicklung des Virus aufmerksam verfolgt und auf der Grundlage der Methode, die zur Herstellung des Abdala-Impfstoffs verwendet wurde, auch Impfstoff-Antigene anderer Varianten gewonnen.

Die Wissenschaftlerin wies darauf hin, dass die meisten verwendeten Vakzine auf der in der chinesischen Stadt Wuhan zuerst entdeckten D614G-Variante basieren. Das Virus habe jedoch neue Mutationen entwickelt, die sich der durch frühere Infektionen oder Impfstoffe ausgelösten Immunreaktion entziehen.

Die bislang auf Kuba entwickelten und eingesetzten Vakzine bieten immer noch einen hohen Schutz vor schwerer Krankheit und Tod, insbesondere wenn hohe Antikörpertiter vorhanden sind, weshalb sie weiter als Auffrischungsdosis geimpft würden, betonte Martínez.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bisher 9,97 Millionen der 11,1 Millionen Kubanerinnen und Kubaner gegen Covid-19 geimpft, 7,44 Millionen haben Auffrischungsdosen erhalten.

Unterdessen hat Belarus als erstes europäisches Land den kubanischen Impfstoff Soberana Plus gegen Covid-19 zugelassen. Darüber informierte das Zentrum für Untersuchungen und Tests im Gesundheitsdienst von Belarus am 27. Juli. Kubanische Corona-Vakzine sind bereits seit 2021 in mehreren lateinamerikanischen Ländern zugelassen, ebenso im Iran und in Vietnam.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr