Mehr als 80 Frauen in der Dominikanischen Republik aus sexueller Versklavung geholt

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Bei der "Operation Cattleya" wurden in Dutzenden Hotels Razzien durchgeführt und 80 Frauen befreit (Screenshot)
Bei der "Operation Cattleya" wurden in Dutzenden Hotels Razzien durchgeführt und 80 Frauen befreit (Screenshot)

Santo Domingo. Zahlreiche Razzien der Generalstaatsanwaltschaft der Dominikanischen Republik haben am Donnerstag mehr als 80 Frauen aus Gefangenschaft befreit. Die Frauen aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern wurden in der Hauptstadt Santo Domingo und in Punta Cana festgehalten und sexuell ausgebeutet.

Schon vor neun Monaten begann die Behörde mit der Untersuchung, die sie intern Operation Cattleya nannte. Zusammen mit der Sonderstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Schleuserkriminalität und Menschenhandel (PETT) führte sie Razzien durch, um Frauen in Gefangenschaft zu finden und zu befreien. Die Einsatzkräfte fanden Frauen im Alter zwischen 18 und 23 Jahren in verschiedenen Hotels in der Hauptstadt und in dem Urlaubsort Punta Cana. Bei den Durchsuchungen wurden auch Marihuana und synthetische Drogen beschlagnahmt.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft lockten die Kriminellen die Frauen in die Dominikanische Republik, indem sie ihnen einen gut bezahlten Job versprachen. Nachdem Schleuser sie ins Land gebracht hatten, zwangen sie die Frauen zu dem Zugeständnis, dass sie mehrere tausend US-Dollar Schulden bei ihnen hätten. Die vermeintlichen Schulden mussten die Frauen mit sexuellen Dienstleistungen abarbeiten. Sie wurden erniedrigt und unmenschlich behandelt und ihnen wurden Drogen verabreicht.

An der Operation nahmen 25 Staatsanwälte, mehr als 200 Beamte der Nationalen Polizei und mehr als 50 Forensiker und Spezialisten für die Opferbetreuung teil. Die Behörden arbeiteten dabei mit mehreren nationalen und internationalen Organisationen zusammen. Im Zuge der Operation wurde gegen 14 Personen ermittelt und Anklage gegen zehn venezolanische, kolumbianische und dominikanische Beschuldigte erhoben. Nach Angaben von Johanna Bejarán Álvarez, Leiterin des PETT, gründeten die Angeklagten eine grenzüberschreitende kriminelle Organisation, die gezielt Frauen zwischen 18 und 23 Jahren, insbesondere in Kolumbien und Venezuela anwarb.

In einem Bericht aus dem vergangenen Juli kritisierte das US-Außenministerium noch, dass die Regierung der Dominikanischen Republik die Mindeststandards für die Bekämpfung des Menschenhandels nicht erfülle. Bejaran Álvarez wertete die Operation als "nachhaltige Anstrengung" der Regierung, Verbrechen wie Menschenhandel zu bekämpfen.

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