Kolumbien / Venezuela / Politik

Mit Austausch von Botschaftern beenden Kolumbien und Venezuela Zeit der Konfrontation

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Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro empfing Kolumbiens neuen Botschafter Armando Benedetti
Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro empfing Kolumbiens neuen Botschafter Armando Benedetti

Bogotá/Caracas. Die Regierungen von Kolumbien und Venezuela haben die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern offiziell wiederhergestellt. Die neu ernannten Botschafter der beiden Nachbarländer sind in den jeweiligen Hauptstädten eingetroffen, um ihre Beglaubigungsschreiben zu übergeben.

Dieser Schritt war Anfang August sofort nach der Amtsübernahme der neuen kolumbianischen Regierung unter Präsident Gustavo Petro geplant worden (amerika21 berichtete). Bemerkenswert ist auch, dass damit Kolumbien seine Rolle in der konfrontativen Politik der USA gegenüber Venezuela beendet.

Kolumbiens Botschafter Armando Benedetti wurde in Caracas vom venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro empfangen. Der Staatschef betonte den Willen zu guten bilateralen Beziehungen und schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: "Wir sind Völker mit einer glorreichen Geschichte der Rebellion und der Freiheit, vereint in tiefer bolivarischer Brüderlichkeit. Möge unsere Union unzerstörbar sein!".

Benedetti sprach in einer Nachricht von der "Notwendigkeit, die Bande der Freundschaft wiederherzustellen, die nie hätten zerstört werden dürfen". Er wolle auch dazu beitragen, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Venezuela wieder zu vertiefen, da immerhin acht Millionen Kolumbianer:innen vom Handel mit dem Nachbarland lebten.

Venezuelas neuer Botschafter in Kolumbien, Félix Plasencia, erklärte bei seiner Ankunft in Bogotá, er wolle "die Diplomatie des Friedens voranbringen", um die Beziehungen zwischen den beiden Ländern neu zu beleben.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern waren 2019 abgebrochen worden, nachdem die damalige kolumbianische Regierung unter Iván Duque den venezolanischen Oppositionspolitiker Juan Guaidó als "legitimen Präsidenten" Venezuelas anerkannt hatte. In der Folge erlaubte Kolumbien Guaidó, Parallelinstitutionen in Bogotá aufzubauen, und sprach ihm auch Vermögenswerte des venezolanischen Staates wie das Agrochemieunternehmen Monómeros zu.

Diese Entwicklung will der neue Präsident Petro korrigieren. So bezeichnete er vergangene Woche den Bruch der diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarland als "enormen Fehler". Auch die Kontrolle über Monómeros wurde an Venezuela zurückgegeben (amerika21 berichtete).

Weiter sollen die Kooperation im Bereich des bilateralen Handels, beim grenzüberschreitenden Personenverkehr und bei der Bekämpfung der Kriminalität in der Grenzregion gestärkt, wieder direkte Flugverbindungen zwischen Venezuela und Kolumbien eingerichtet und auch die militärische Zusammenarbeit der beiden Staaten wieder aufgenommen werden.

Die kolumbianisch-venezolanische Handelskammer rechnet aufgrund der erneuterten Beziehungen mit einer Zunahme des Handelsvolumens zwischen den beiden Ländern auf bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr, nachdem es im vergangenen Jahr nur rund 400 Millionen betragen hatte.

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