Präsidentin von Honduras fordert eine Alternative zum Kapitalismus

honduras_xiomara_castro_world_food_forum_10-22.jpeg

Xiomara Castro beim WFF in Rom
Xiomara Castro beim WFF in Rom

Rom. Ein alternatives Modell zum Kapitalismus hat die honduranische Präsident Xiomara Castro beim Welternährungsforum in Rom gefordert. In ihrer Rede kritisierte sie das aktuelle System und die negativen Konsequenzen, die es für die Mehrheit der Menschen hat.

Vom 17. bis 21. Oktober fand in der italienischen Hauptstadt das Welternährungsforum (World Food Forum) statt, das von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ausgerichtet wird. Es stand unter dem Motto "Gesunde Ernährung, gesunder Planet". Zahlreiche Personen aus Wissenschaft, Unternehmen und Politik nahmen teil. Sie tauschten sich über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze zur Welternährung aus. Im Rahmen der Veranstaltung sprach auch die Präsidentin von Honduras, die seit Januar 2022 im Amt ist.

Castro kritisierte in ihrer Rede die gravierenden Folgen des Kapitalismus. Sie wies darauf hin, dass alle vier Sekunden ein Mensch auf der Welt an Hunger zu sterben droht. Währenddessen würden Waffen im Wert von Milliarden von Dollar in Konfliktregionen geschickt werden, die nur dazu dienten, die Taschen der Kriegstreiber zu füllen. Der Hunger sei das Ergebnis der Gier des Kapitalismus und dieses Modell für die Menschheit genauso gefährlich oder sogar noch gefährlicher als Erdbeben oder andere Naturkatastrophen.

"Es gibt eine Menge Heuchelei in dieser Welt, wenn wir so tun, als hätten Armut und Hunger nichts mit der irrsinnigen Gewalt des militärisch-finanziellen Komplexes der Ersten Welt zu tun, der kein Interesse am Frieden hat. Die derzeitige Weltordnung ist hauptverantwortlich für diese menschliche Tragödie", betonte sie.

Die Präsidentin forderte eine Überprüfung von Freihandelsabkommen und Finanzspekulationen, die die Demokratie gefährdeten. Ein alternatives Modell zum Kapitalismus, das Ernährungssicherheit und Souveränität garantiere, müsse geschaffen werden.

Diese Alternative müsse human und gerecht, antikolonial, antifaschistisch, antirassistisch, multipolar und feministisch sein. "Das Weltfinanzsystem muss seine Kredite auf die Landwirtschaft, die Viehzucht und alle nahrungsmittelproduzierenden Tätigkeiten ausrichten. Nur so kann es die Umwelt und den Planeten zu retten".

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr