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Flutkatastrophe in Brasilien: Brics-Bank stellt Finanzhilfen für den Wiederaufbau bereit

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Luftaufnahmen von Porto Alegre und der Metropolregion am Nachmittag des 14. Mai
Luftaufnahmen von Porto Alegre und der Metropolregion am Nachmittag des 14. Mai

Shanghai. Die Neue Entwicklungsbank (New Development Bank, NDB) der Brics-Gruppe stellt 1,115 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul bereit, der von den schlimmsten Überschwemmungen in der Geschichte des Landes verwüstet wurde. Dies kündigte die Leiterin der Bank, Dilma Rousseff, am Dienstag an.

Rousseff, die von 2011 bis 2016 Präsidentin von Brasilien war, sagte, die Mittel würden dazu beitragen, städtische Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Schulen und das Abwassersystem schnell wieder aufzubauen sowie Investitionen in den Schutz vor Klimakatastrophen erlauben.

"Ich möchte meine Solidarität mit der Bevölkerung von Rio Grande do Sul und den Regierungen des Bundes und des Bundesstaates bekräftigen. Die Brics-Bank ist engagiert und wird sich für den Wiederaufbau und die Wiederherstellung der Infrastruktur des Bundesstaates einsetzen. Wir wollen den Menschen helfen, ihr Leben wieder aufzubauen", sagte Rousseff. Es müssten alle Maßnahmen ergriffen werden, damit sich eine solche Tragödie nicht wiederholt.

Sie habe Gespräche mit Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und dem Gouverneur der Region, Eduardo Leite, geführt, um sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen und Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung zu finden.

Die Neue Entwicklungsbank werde Rio Grande do Sul direkt und durch brasilianische Finanzinstitutionen wie der Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES), der Banco do Brasil und der Banco Regional de Desenvolvimento do Extremo Sul (BRDE) unbürokratisch Mittel zur Verfügung stellen. Diese würden schnell überwiesen und könnten entsprechend den Dringlichkeiten und Prioritäten des Bundesstaates verwendet werden, erklärte Rousseff.

Knapp die Hälfte der Mittel werden von der Brics-Bank über die BNDES weitergeleitet, davon 250 Millionen Dollar für kleine und mittlere Unternehmen und weitere 250 Millionen für Umweltschutz, Infrastruktur, Wasser- und Abwasseraufbereitung und Katastrophenschutzarbeiten. 200 Millionen Dollar können direkt für Infrastrukturarbeiten, städtische Straßen, Brücken und Autobahnen eingesetzt werden.

In Zusammenarbeit mit der Banco do Brasil wird die Brics-Bank 100 Millionen Dollar für landwirtschaftliche und weitere Infrastrukturprojekte bereitstellen. Über die BRDE werden 20 Millionen Dollar sofort für Stadtentwicklungs- und Mobilitätsprojekte sowie für Wasserressourcen freigegeben. Weitere 295 Millionen, die im Vertrag mit der BRDE vorgesehen sind, dessen endgültige Genehmigung noch aussteht, sollen für die städtische und ländliche Entwicklung, die sanitäre Grundversorgung und die soziale Infrastruktur verwendet werden.

Die anhaltenden Regenfälle und schweren Überschwemmungen haben im südlichsten Bundesstaat Brasiliens bisher 148 Tote, 127 Vermisste und 806 Verletzte gefordert. Insgesamt sind 2,12 Millionen Einwohner betroffen. Es wird von einer erheblichen Zerstörung der Infrastruktur und von Häusern sowie von schweren Verlusten in der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion berichtet.

Die Neue Entwicklungsbank der Brics-Gruppe wurde von den damaligen Mitgliedern Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika im Dezember 2014 gegründet und wird seit März 2023 von Rousseff geleitet (amerika21 berichtete). Im vergangenen August beschlossen die Brics auf einem Gipfeltreffen der Staatschefs in Südafrika eine Erweiterung der Gruppe. Im Januar traten Ägypten, Äthiopien, Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate bei.