Ex-Präsidenten Lateinamerikas rufen zum Votum gegen Ultrarechte in Frankreich auf

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Logo der französischen "Nationalen Sammelbewegung" (Rassemblement National, bis Juni 2018: Front National)
Logo der französischen "Nationalen Sammelbewegung" (Rassemblement National, bis Juni 2018: Front National)

Buenos Aires et al. Frühere Präsidenten mehrerer lateinamerikanischer Staaten haben sich dem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero angeschlossen, der die französischen Bürger dazu aufrief, bei den Wahlen am heutigen Sonntag gegen die Ultrarechte zu stimmen.

Die Rechtspartei Rassemblement National von Marine Le Pen hatte in der ersten Runde der Parlamentswahlen die Mehrheit der Stimmen gewonnen, weit vor den linken Kräften und dem Block des derzeitigen Staatspräsidenten Emmanuel Macron.

In ihrem Aufruf vom Freitag betonen die Politiker, dass "Frankreich zu neuen vorgezogenen Parlamentswahlen aufgerufen ist. Wir, die Freunde des französischen Volkes, respektieren seine Souveränität und sein Wahlrecht voll und ganz. Die jüngsten Ereignisse in Frankreich und in Europa veranlassen uns jedoch, diesen eindringlichen Appell zu veröffentlichen", schließen sie.

Zu den Unterzeichnern gehören die Ex-Präsidenten Rafael Correa (Ecuador), Alberto Fernández (Argentinien), Ernesto Samper (Kolumbien), Manuel Zelaya (Honduras) und Fernando Lugo (Paraguay) sowie die ehemaligen Vizepräsidenten von Bolivien, Álvaro García Linera, und Argentinien, Amado Boudou.

In dem Text heißt es weiter: "Wir sehen mit Bestürzung und Sorge die Zunahme von Gewalt und Hassreden in ganz Europa. Während sich der Krieg vom sogenannten Alten Kontinent aus auf die Welt auszubreiten droht, bestätigen die jüngsten Wahlergebnisse den allgemeinen Aufstieg rechtsradikaler politischer Strömungen. Wir, die Unterzeichnenden, können uns keine Welt vorstellen, in der Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer Meinung oder ihrer Herkunft ausgegrenzt und gehasst werden."

Deshalb "fordern wir Frankreich auf, das Schlimmste in der Geschichte der Menschheit zu stoppen. Französinnen und Franzosen, wir, die wir die Folgen von Hass, Rassismus und Gewalt erlebt haben und immer noch erleben, bitten Sie, diesen Weg nicht einzuschlagen, der unserer Menschheit unwürdig ist. Das französische Volk darf nicht in diese Falle tappen und der Ultrarechten nachgeben".