Peru / Politik

Überfälle und Morde: Transportstreik in Peru

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Ein großer Teil des Transportsektors steht zur Zeit in Peru still, die meisten Züge und einige Buslinien fahren aber noch
Ein großer Teil des Transportsektors steht zur Zeit in Peru still, die meisten Züge und einige Buslinien fahren aber noch

Lima. In der peruanischen Hauptstadt haben die Transportarbeiter am Freitag zu einem unbefristeten landesweiten Streik aufgerufen. Bereits am Donnerstag hatten viele Gewerkschaften für 72 Stunden die Arbeit niedergelegt.

Dieser Protest wurde durch eine Welle von Raubüberfällen, Erpressungen und Morden an Fahrern ausgelöst. Die Arbeiter fordern dringend bessere Sicherheitsgarantien und Arbeitsbedingungen.

Nachdem es während des befristeten Warnstreiks nicht gelungen war, eine Einigung mit der Regierung zu erzielen, kündigte die Nationale Gewerkschaft der Transportarbeiter weitere Proteste an.

Der Streik hat Unsicherheit und Verwirrung in der Öffentlichkeit ausgelöst, da die Organisationen der Transportarbeiter unterschiedliche Erklärungen darüber abgaben, wie sie sich an dem Streik beteiligen werden, um Schritte gegen die Erpressungen, unter denen sie leiden, zu fordern.

In einem Kommuniqué brachte der peruanische Verband der Weinhändler (ABP) seine Unterstützung für die Proteste der Verkehrsbeschäftigten zum Ausdruck und erklärte, dass auch sie Opfer von Kriminellen und Erpressern seien. Auch Einkaufszentren und Märkte in Lima schlossen sich dem Streik an. Geschäftsinhaber gaben an, ebenfalls mit Erpressungen durch das organisierte Verbrechen konfrontiert zu sein.

"Bei dem Protest geht es um das Problem der Unsicherheit, die ein solches Ausmaß erreicht hat, dass auch Händler Opfer von Erpressung werden", sagte Katherine Gomez, eine Anführerin einer Gruppe von Markthändlern in einem Bezirk nördlich von Lima. Von Bäckerinnungen und aus dem Baugewerbe wurde eine Unterstützung des Streiks angekündigt.

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Auf einer Pressekonferenz erklärte der Verkehrsminister Raúl Pérez Reyes, dass sich die Verkehrsgewerkschaften der öffentlichen Betriebe nicht an dem Streik beteiligen.

Der Protest richtet sich gegen die unzureichende staatliche Sicherheit und die anhaltend niedrigen Löhne, die die Lebensqualität der Arbeiter stark beeinträchtigen. Im Jahr 2023 verhaftete die Polizei 289 Personen wegen Erpressung, was einem Anstieg von 165 Prozent gegenüber 2022 entspricht, wie aus Daten des Innenministeriums hervorgeht.

Perus Ministerpräsident Gustavo Adrianzén äußerte sich besorgt über die Mobilisierung und behaupete in einer Pressekonferenz, dass hinter dem Streik Gruppen mit Verbindungen zu terroristischen Organisationen stünden. Er verwies dabei auf die Movadef, einen angeblichen Ableger des Leuchtenden Pfades, und andere Gruppen, darunter die Partido Morado, die ohne Bezug zum Transportsektor zur Teilnahme am Streik aufgerufen hätten.

Er bedauert, dass Teile der politischen Klasse eine gewerkschaftliche Forderung für ihre eigenen politischen Ziele instrumentalisierten. Diese forderten unter anderem eine Verfassungsreform, die Absetzung der amtierenden Präsidentin Dina Boluarte sowie die Freilassung des Ex-Präsidenten Pedro Castillo, der sich derzeit in Haft befindet.

In Lima gibt es indes eine breite Unterstützung für den Streik, der vor allem durch die steigende Kriminalität in den letzten Monaten motiviert ist.

In der Hauptstadt sowie in weiteren vierzehn Bezirken wurde der Ausnahmezustand verhängt und die Nationalpolizei und die Streitkräfte sollen die Sicherheit gewährleisten. Dennoch bleibt die Unsicherheit unter den Fahrern hoch. Die Streikenden fordern von der Regierung, effektivere Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheitslage zu verbessern.