Kolumbien ernennt erstmals Botschafter für Palästina

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An der Seite Palästinas: Petro mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas im September 2024
An der Seite Palästinas: Petro mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas im September 2024

Bogotá/Ramallah. Jorge Iván Ospina, der ehemalige Bürgermeister von Cali, wird der erste Botschafter Kolumbiens in Palästina. Dies gab Präsident Gustavo Petro bekannt.

Im Mai 2024 hatte Petro diesen Schritt angekündigt, nachdem Kolumbien bereits 2018 Palästina offiziell als Staat anerkannt hatte. Nach Medienberichten ist noch nicht abschließend geklärt, ob die Botschaft tatsächlich in Ramallah im besetzten Westjordanland oder in einem Nachbarland eröffnet werden kann. Er hoffe, "möglichst bald nach Ramallah reisen zu können", erklärte Ospina in der Presse, vorher müsse er aber mit "Israel die notwendigen Verfahren besprechen und festlegen, um die Einrichtung einer kolumbianischen Botschaft in Ramallah zu ermöglichen."

Der Schwerpunkt der Arbeit der Botschaft soll nach Medienberichten die Unterstützung für die palästinensische Gemeinschaft und die Anerkennung der Zweistaatenlösung sein. Außerdem wolle sich der Botschafter für die Freilassung des kolumbianisch-israelischen Staatsbürgers Elkana Bohbot einsetzen, der am 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt wurde und sich seitdem in ihrer Gewalt befindet.

Ospina, von Beruf Arzt, war zweimal Bürgermeister von Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens und von 2014 bis 2018 Senator. Sein Vater Iván Marino Ospina war Kommandeur der Guerillaorganisation M-19, der auch Petro in den 1980er-Jahren angehörte und die 1990 den bewaffneten Kampf beendete. Ospina träte sein Amt in einem "regionalen und globalen Kontext, der von geopolitischen Spannungen und wachsender internationaler Aufmerksamkeit für die Lage im Nahen Osten geprägt ist", hieß es den Medien.

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Ospina selbst brachte auf X seine "Unendliche Dankbarkeit" zum Ausdruck, für die Ernennung "zum Botschafter unserer Nation, für das heldenhafte palästinensische Volk, für die Solidarität und die Verurteilung des Völkermordes, unter dem es heute leidet".

Petro gilt mit anderen progressiven Regierungschefs als scharfer Kritiker der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern, tritt für eine Zweistaatenlösung und die Beendigung des Krieges in Gaza ein.

Am 1. Mai 2024 brach seine Regierung die diplomatischen Beziehungen zu Israel aus Protest "gegen den Völkermord" ab (amerika 21 berichtete). Diesen Schritt waren zuvor in Lateinamerika schon Kuba, Venezuela, Belize und Bolivien gegangen. Kuba beendete die diplomatischen Beziehungen bereits 1973, Venezuela 2009. Bolivien und Belize folgten im November 2023 wegen Israels Angriffen auf den Gazastreifen.