Buenos Aires. Anlässlich des Besuchs von US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy in Argentinien hat die Regierung von Javier Milei ihre Entscheidung bekräftigt, aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auszutreten und damit dem Beispiel von Präsident Donald Trump zu folgen.
Dies berichteten Medien, nachdem Kennedy am Montagabend mit Gesundheitsminister Mario Lugones zusammengetroffen war. Lugones kündigte bei der Gelegenheit außerdem eine Reform des Gesundheitssystems an, die eine strukturelle Umgestaltung und Deregulierung mit sich bringen werde.
Laut einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des argentinischen Gesundheitsministeriums soll der neue Ansatz das derzeitige, auf die Heilung von Krankheiten ausgerichtete System ändern. Stattdessen soll auf ein präventives Modell "auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und mit Fokus auf den Bürger" übergegangen werden.
Lugones erklärte in den Sozialen Netzwerken, dass "der US-Gesundheitsminister großes Interesse an der Deregulierung der Sozialversicherungen, an den privaten Krankenversicherungen und den Biosimilars [Arzneimitteläquivalente ohne Patentschutz] gezeigt hat, die wir in unserer Amtszeit vorantreiben, sowie an der Einführung elektronischer Rezepte im ganzen Land und der Entbürokratisierung des Systems".
Er bezeichnete das Gespräch als "sehr bereichernd" und erklärte: "Wir haben Meinungen ausgetauscht und mögliche Bereiche für eine Zusammenarbeit definiert. Wir haben noch viel zu vertiefen und zu tun." Man habe vereinbart, gemeinsam an der Schaffung von Institutionen zu arbeiten, die Alternativen zur WHO darstellen sollen.
Die US-Botschaft in Buenos Aires betonte ihrerseits, dass das Treffen "einen weiteren Schritt zur Festigung einer soliden und dauerhaften Beziehung" zwischen beiden Ländern darstelle.
In der Erklärung des Gesundheitsministeriums heißt es, dass "eine strukturelle Überprüfung der nationalen Gesundheitsbehörden" vorgenommen werden solle, um "Strukturen und Prozesse, die jahrelang mit Überschneidungen, veralteten Vorschriften und mangelnder Aufsicht funktioniert haben, zu ordnen, zu aktualisieren und transparenter zu gestalten".
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Gleichzeitig geht das Dokument hart mit der internationalen Organisation ins Gericht: "Heute zeigt sich, dass die Rezepte der WHO nicht funktionieren, weil sie nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, sondern auf politischen Interessen und bürokratischen Strukturen, die sich weigern, ihre eigenen Fehler zu korrigieren."
"Anstatt den Kurs zu korrigieren, hat die WHO beschlossen, ihre Zuständigkeiten auszuweiten und die Souveränität der Länder im Gesundheitsbereich einzuschränken", so die Erklärung abschließend.
Trump hatte bereits an seinem ersten Tag im Amt im Januar den Austritt aus der WHO verkündet.
Zur Begründung erklärte das Weiße Haus, dass die Organisation "die Covid 19-Pandemie, die ihren Ursprung in Wuhan, China, hatte, sowie andere globale Gesundheitskrisen falsch gehandhabt, dringend notwendige Reformen nicht umgesetzt hat" und "nicht in der Lage ist, ihre Unabhängigkeit von unangemessener politischer Einflussnahme durch WHO-Mitgliedstaaten zu zeigen". Zudem verlange die WHO "ungerechtfertigt hohe Zahlungen" von den USA, vor allem im Verhältnis zu China.
Die USA hatten die WHO im Jahr 1948 mitgegründet. Der Austritt soll am 22. Januar 2026 wirksam werden.
Laut Statista liegt der US-Anteil an der Gesamtfinanzierung der Organisation bei rund 15 Prozent. Gemäß einer Aufstellung der WHO hat Washington im Jahr 2024 75 Prozent des HIV- und Hepatitis-Programms finanziert, 61 Prozent bei Tuberkulose und 29 Prozent bei der Stärkung von Gesundheitssystemen in ärmeren Ländern für Notlagen.

