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"Kampf gegen Banden": Haitis Regierung heuert Erik Prince und seine Söldnertruppe an

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Erik Prince spricht auf der Conservative Political Action Conference (CPAC) 2025
Erik Prince spricht auf der Conservative Political Action Conference (CPAC) 2025

Port-au-Prince. Die Regierung von Haiti hat eine Vereinbarung mit Erik Prince, dem Gründer des Militärunternehmens Blackwater, getroffen, um Operationen gegen bewaffnete Gruppen durchzuführen. Dies berichtete die US-Tageszeitung New York Times (NYT).

Der Artikel basiert laut Angaben der NYT auf Interviews mit einem Dutzend Personen, die Haiti aufmerksam verfolgten. Mit einer Ausnahme hätten alle unter der Bedingung der Anonymität gesprochen, da sie nicht befugt seien, sensible Sicherheitsfragen öffentlich zu diskutieren.

Haitis Regierung hat demnach in den letzten Monaten mehrere US-Sicherheitsunternehmen angeheuert, um im Rahmen einer geheimen Task Force Drohnen einzusetzen, die Gangmitglieder töten sollen, wie Sicherheitsexperten gegenüber der NYT berichteten. Das Team von Prince setze die Drohnen bereits seit März ein. Laut dem Leiter einer Menschenrechtsorganisation in Port-au-Prince wurden dabei mehr als 200 Menschen getötet.

Dass unter den Toten Anführer bewaffneter Gruppen waren oder infolge dieser Einsätze wichtige Zielpersonen verhaftet werden konnten, sei nicht bestätigt worden, merkt der lateinamerikanische Fernsehsender Telesur dazu an.

Prince soll zudem haitianisch-US-amerikanische Militärveteranen für den Einsatz in Port-au-Prince rekrutiert haben und voraussichtlich im Lauf des Sommers bis zu 150 Söldner nach Haiti schicken. Laut Experten hat er kürzlich eine große Menge Waffen an das Land geliefert.

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Die NYT erklärt dazu, die Regierung greife vermehrt auf private Militärunternehmen zurück, da die unterbesetzte und schlecht ausgerüstete haitianische Polizei "Mühe hat, die Banden unter Kontrolle zu halten". Diese Privatunternehmen seien mit großkalibrigen Waffen, Hubschraubern und hochentwickelten Überwachungs- und Angriffsdrohnen ausgestattet.

Bereits im vergangenen September hatte der damalige haitianische Premierminister Garry Conille in aller Stille ein Abkommen mit der Studebaker Defense Group geschlossen, einem US-Sicherheitsunternehmen, zu dessen Mitarbeitern zahlreiche ehemalige Pentagon- und CIA-Beamte gehören (amerika21 berichtete).

Unterdessen teilte das Ministerium für Justiz und öffentliche Sicherheit Haitis am 26. Mai mit, dass seit Jahresbeginn 75 Prozent der Polizeiinfrastruktur des Landes durch Mitglieder bewaffneter Gruppen beschädigt oder zerstört wurden. In dem Kommuniqué heißt es weiter, dass 50 Polizeistationen und -außenstellen betroffen waren, 18 Polizisten und acht Soldaten wurden in diesem Zeitraum getötet.

Prince ist auch in Ecuador aktiv. Im März dieses Jahres hatte Präsident Daniel Noboa bekannt gegeben, dass seine Regierung "eine strategische Allianz" mit ihm bilden werde, um die Drogenkartelle im Land zu bekämpfen (amerika21 berichtete).

Prince, ehemaliger Ex-Soldat der US Navy Seals, gründete Blackwater im Jahr 1997. Die Firma arbeitete von 1997 bis 2010 für die US-Regierung und erlangte vor allem als private paramilitärische Söldnerarmee im Irak- und Afghanistankrieg Bekanntheit. Im Jahr 2009 veröffentlichte die Enthüllungsplattform Wikileaks Dokumente, die belegten, dass Blackwater-Angestellte an schweren Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren, unter anderem an der Erschießung von 17 Zivilisten auf dem Nisour-Platz der irakischen Hauptstadt Bagdad.