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Kubas Sozialministerin tritt nach Kritik an Aussagen über Bettler zurück

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Ex-Ministerin Marte Feitó Cabrera
Ex-Ministerin Marta Elena Feitó Cabrera musste nach umstrittenen Aussagen zurücktreten

Havanna. Die kubanische Ministerin für Arbeit und Soziale Sicherheit, Marta Elena Feitó Cabrera, hat nach umstrittenen Äußerungen über Bettler ihren Rücktritt eingereicht. Die Regierung teilte mit, dass das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Kubas (PCC) den Rücktritt angenommen hat.

Feitó Cabrera sagte während der Tagung der Kommissionen am Montag, es gebe in Kuba keine Bettler, sondern nur Personen, die sich als solche "verkleiden", um auf einfache Weise an Geld zu kommen. Menschen, die in Mülltonnen nach Verwertbarem suchen, bezeichnete sie als "illegale Selbstständige im Recycling", die das so verdiente Geld "möglicherweise für Alkohol ausgeben".

Die Aussagen der Ministerin lösten in der kubanischen Bevölkerung eine Welle der Entrüstung aus. Viele sahen darin eine Verharmlosung der schwierigen wirtschaftlichen Lage, mit der das Land seit Jahren zu kämpfen hat. Wegen Lebensmittel- und Wohnungsknappheit sowie häufiger Stromausfälle sind insbesondere in Städten wie Havanna immer häufiger Menschen zu sehen, die in Mülltonnen nach Essbarem suchen oder in Hauseingängen schlafen.

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Staatspräsident Miguel Díaz-Canel distanzierte sich auf X öffentlich von den Äußerungen der Ministerin, ohne sie namentlich zu erwähnen. Die Führung dürfe nicht "herablassend" agieren oder "von der Realität der Menschen abgekoppelt" sein, sagte er auf einer Folgetagung. Die Devise der Revolution sei es, "niemanden zurückzulassen". Auch Premierminister Marrero bemühte sich wenig später um Schadensbegrenzung und äußerte sich ähnlich.

Ein offener Brief forderte bereits die Entlassung von Feitó Cabrera. Deren Äußerungen seien "nicht nur verletzend", sondern zeugten auch von einer "alarmierenden Realitätsferne in Bezug auf die Lage unseres Landes". Der Ökonom Pedro Monreal kommentierte: "Es muss wohl auch Leute geben, die sich als 'Minister' verkleiden."

Feitó Cabrera, die Mitglied im Zentralkomitee der PCC ist und das Ministerium seit 2019 leitet, habe "ihre Fehler eingesehen", heißt es in der Bekanntgabe ihres Rücktritts. Es ist das erste Mal in der jüngeren kubanischen Geschichte, dass der Rücktritt eines Kabinettsmitglieds unmittelbar auf öffentliche Empörung folgt.