Ciudad Guzmán. Am 9. August ist die trans Aktivistin Katia Daniela Medina in Ciudad Guzmán im mexikanischen Bundesstaat Jalisco tot aufgefunden worden. Die Leiche wies Spuren von Gewalt auf. Medina war Direktorin des Colectivo Trans Zapotlán.
Nach Angaben der Mesoamerikanischen Initiative von Menschenrechtsverteidiger:innen (IM-Defensoras) ereignete sich die Tat am helllichten Tag. Medina hatte zuvor Drohungen erhalten und war in sozialen Netzwerken diffamiert worden.
Medina engagierte sich im Süden Jaliscos für die Anerkennung und den Schutz der Rechte von trans Personen. Ihre Arbeit konzentrierte sich auf die Förderung von Respekt, Würde und Inklusion der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt innerhalb der LGBTIQ+-Gemeinschaft. IM-Defensoras erklärte in einer offiziellen Mitteilung, der Mord sei "ein Beispiel für die extreme Verletzlichkeit, der trans Menschenrechtsverteidiger:innen in Mexiko ausgesetzt sind".
Die Bürgermeisterin von Zapotlán el Grande, Magali Casillas, rief die Medien dazu auf, eine Reviktimisierung der Aktivistin zu vermeiden, nachdem einige sie als "Mann in Frauenkleidung" bezeichnet hatten. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie Diversidad Jalisco, Zapotlán Diverso und das Kollektiv der Universität von Guadalajara kritisierten die Berichterstattung als beleidigend, gewaltfördernd und entmenschlichend, da sie die Identität von Katia Daniela Medina leugne.
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Der Fall wird von der Regionalstaatsanwaltschaft für Ermittlungen untersucht, unter Anwendung des nationalen Protokolls für Fälle im Zusammenhang mit sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität. Aktivist:innen und auch die Bürgermeisterin fordern jedoch, die Tat als trans Feminizid einzustufen – mit einer geschlechter- und diversitätssensiblen Perspektive. Gleichzeitig arbeitet der Kongress von Jalisco an einer Gesetzesinitiative zur Anerkennung von Feminiziden und Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Personen. Eingereicht wurde sie von der Abgeordneten Monserrat Cisneros, gemeinsam mit der Präsidentin der staatlichen Menschenrechtskommission, Luz del Carmen Godínez, sowie Menschenrechtsaktivist:innen.
Laut Daten des mesoamerikanischen Registers für Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger:innen wurden zwischen 2020 und 2024 insgesamt 32 Transfeminizide registriert, davon 15 in Mexiko gegen trans Aktivist:innen. Die aktuellen Zahlen der Abgeordneten Cisneros lauten: Allein zwischen Anfang 2024 und Mitte 2025 seien 68 Fälle von Feminizid sowie 740 Morde und Verschwindenlassen von LGBTIQ+-Personen erfasst worden.
Nach dem Mord haben sich Aktivist:innen und Kollektive der Region mobilisiert, um Gerechtigkeit einzufordern. Sie erinnern daran, dass die Verteidigung von Menschenrechten durch trans Frauen und Aktivist:innen eine hochriskante Tätigkeit bleibt, geprägt von Diskriminierung, Hassrede und Gewalt. IM-Defensoras kritisierte zudem, dass die institutionelle Reaktion auf die Morde an trans Menschenrechtsverteidiger:innen bislang begrenzt und unzureichend sei – ein "Muster der Straflosigkeit" werde dadurch sichtbar.

